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Jüchen
Rat will Messstationen für Staub aus dem Tagebau

Jüchen: Rat will Messstationen für Staub aus dem Tagebau
Wirbelt der Braunkohletagebau so viel Staub nach Jüchen, dass Atemwegserkrankungen zu befürchten sind? Messwerte sollen das klären. FOTO: Reuter
Jüchen. Der Tagebaubetreiber RWE-Power soll die Gemeinde Jüchen über Staubbelastungen aus dem Braunkohletagebau Garzweiler II informieren. Der Gemeinderat beschloss gestern Abend einstimmig einen Antrag der FWG, wonach die Gemeinde entsprechende Gespräche mit dem Energiekonzern aufnehmen und im Umweltausschuss darüber berichten soll. Von Andreas Gruhn

Die FWG hatte sich Anfang September über erheblichen Staub und Dreck beklagt, der aus dem Tagebau herüber geweht sei, und nannte dies "Großstaubereignis". "Das ist eine ekelhafte Zumutung für die betroffene Bevölkerung und eine Gefahr", sagte FWG-Fraktionsvorsitzender Gerolf Hommel. "RWE muss sich etwas einfallen lassen, um das zu reduzieren."

Hommel brachte eine entsprechende Bepflanzung und die Beregnung etwa durch Regennebelkanonen ins Gespräch. Auf diese Weise, so Hommel, ließe sich der Staub wirksam binden. Er mutmaßte, die Grobstaubwerte hätten sich in Jüchen zwischen 1990 und 2010 verdoppelt. CDU-Ratsherr Werner Hüsselmann berichtete, Ärzte hätten in Jüchen eine Zunahme von Atemwegserkrankungen erkannt und machten dafür den Braunkohletagebau verantwortlich.

Allein: Verlässliche Zahlen, Messwerte und verifizierte Untersuchungen liegen nicht vor. Atemwegserkrankungen unterliegen in der Regel keiner Meldepflicht. "Wir brauchen Fakten", mahnte Thomas Dederichs (Grüne) und forderte Messstationen auf der westlichen Seite des Tagebaus. Diese sollten mit Unterstützung vom Land, aber vor allem von RWE gebaut werden.

Bürgermeister Harald Zillikens erklärte, im Braunkohleausschuss sei bereits der Antrag gestellt worden, mobile Messstationen am gesamten Grubenrand einzusetzen. "Wenn die Werte überschritten sind, wird dies zu einem Luftreinhalteplan führen. Das streben wir für Jüchen an", sagte Zillikens.

Strittiger war der Punkt, ob auf der Odenkirchener Straße zwischen Markt und Weyerstraße Halteverbote errichtet werden sollen. Sechs SPD-Ratsmitglieder enthielten sich bei der Abstimmung, der Rest stimmte zu. Die FDP hatte das Halteverbot beantragt, um den Verkehr besser fließen zu lassen. "Im Moment ist das die beste zu erreichende Lösung", sagte FDP-Fraktionsvorsitzender Herbert Altenberg.

Quelle: RP
 
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