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Jüchen
Schützen ziehen erst nach Regenguss

Jüchen: Schützen ziehen erst nach Regenguss
Das Königspaar Volker und Heike Wirtz brauchte gestern Nachmittag trotz des schlechten Wetters nicht auf die Parade zu verzichten. Allerdings wurde das Programm geändert, die Schützen formierten sich direkt am Markt. FOTO: G. Salzburg
Jüchen. In Jüchen wird bei bester Stimmung Schützenfest gefeiert. Gestern Nachmittag führte jedoch das Wetter Regie - der Historische Festzug startete wegen des Regens eine Stunde später als geplant und formierte sich direkt am Markt. Von Rudolf Barnholt

Der Historische Festzug mit Königsparade ist einer der Höhepunkte des Jüchener Schützenfestes. Er sollte gestern um 15 Uhr wie gewohnt von fünf Standorten aus starten - die Schützen und Musikcorps wären sternförmig auf den Markt zumarschiert. Statt dessen wurde wegen des Wetters die Parole ausgegeben, sich erstmal im Festzelt zu treffen. Abwarten und Bier trinken lautete das Motto. General Gerhard Schreiber schaute sich das Regenradar auf dem Handy an.

Kurz vor 16 Uhr schien das Risiko vertretbar: "Wir Schützen sind nicht aus Zucker", sagte Präsident Thomas Lindgens. Ihm war es wichtig, dem Königspaar Volker und Heike Wirtz eine Parade zu bieten. Pfarrer Ulrich Clancett wurde scherzhaft vorgeworfen, mit seinem "Arbeitgeber" kein besseres Wetter ausgehandelt zu haben. Clancett erwiderte schlagfertig: "Die Bauern wollten den Regen - und haben mehr bezahlt."

Vom Zelt ging's dann ungeordnet zum Markt. Königin Heike zog auf der Tribüne die Blicke mit ihrem tollen champagnerfarbenen Kleid auf sich. Die 450 Schützen in den unterschiedlichsten Uniformen, die Fahnenschwenker und Blumenhornträger, dazu die Musikcorps - sie alle boten zusammen ein farbenprächtiges Bild. Es wäre schade gewesen, wenn der Umzug hätte ausfallen müssen, zumal sich viele Zuschauer eingefunden hatten. Mehrere Male zog das Regiment an der Tribüne mit Königshaus und Ehrengästen vorbei.

Das Königspaar war von seiner Residenz aus von Sieghart Fratscher mit einem zum Cabrio umgebauten Ford 26 M-Oldtimer zum Zelt gebracht worden. Leider musste das transparente Verdeck oben bleiben. "Ich habe mich ein wenig wie in einem Gewächshaus gefühlt", erklärte der König mit der Pickelhaube auf dem Kopf.

Begonnen hatte das Schützenfest des Bürgerschützen- und Heimatvereins Jüchen am Samstag um 14 Uhr: Die Artillerie hatte 21 Schüsse abgegeben. Traditionell sind die Edelknaben bei der Festeröffnung dabei, sie wurden mit Ohrstöpseln ausgestattet. Bei schwülwarmem Wetter ließen sich zumindest diejenigen Senioren mit stabilem Kreislauf beim Platzkonzert in der Seniorenresidenz blicken. Abends traf man sich im Festzelt zur Regimentsparty mit der Band "For Example". Die Stimmung war hervorragend, die letzten Party-Besucher blieben bis zwei Uhr nachts.

Gestern im Festzelt bei der Party mit "Spin Off" und DJ Cooper wurden zwei Schützen zur Ehrung auf die Bühne gebeten: Rupert Promegger und Matthias Lamp kommen aus dem österreichischen St. Veit im Salzburger Land. Sie sind die Gastgeber des Ferienlagers, in dem Jüchener Jugendliche ihren Spaß haben, und marschieren seit drei Jahren in den Reihen des Pionierzugs mit.

Zuwachs hat das Jüchener Schützenregiment auch aus dem Neubaugebiet bekommen. Im vergangenen Jahr hatte der Jägerzug "Auerhähne" Premiere. Die Leihuniformen wurden jetzt gegen eigenes Schützenoutfit getauscht - es macht eben Spaß, in Jüchen als Neubürger Teil eines alten Brauchtums zu sein.

Quelle: NGZ
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