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Jüchen
Schulplätze für alle Flüchtlingskinder

Jüchen. So schnell wie möglich sollen die Kinder aus Flüchtlingsfamilien in den örtlichen Schulen Aufnahme finden. Das hilft ihnen beim Deutschlernen und fördert die Integration. Eine Förderklasse gibt es aber nur an der Sekundarschule. Von Gundhild Tillmanns

Kinder aus Flüchtlingsfamilien sollen, so bald es geht, in Kindertagesstätten und Schulen aufgenommen werden: Darin waren sich alle Mitglieder des Schul- und Jugendausschusses in der jüngsten Sitzung einig. Denn nirgendwo anders als in Kitas und Schulen könnten sich die Flüchtlingskinder so schnell integrieren und die deutsche Sprache erlernen, betonte auch Bürgermeister Harald Zillikens. 57 Flüchtlingskinder besuchen aktuell die Schulen in Jüchen, neun werden im Sommer schulpflichtig.

Einen Anspruch auf einen Kitaplatz und die Einschulung haben Flüchtlingskinder, deren Familien der Gemeinde Jüchen fest zugewiesen worden sind. Da das Durchgangslager des Landes an der Odenkirchener Straße mittlerweile aufgegeben worden ist, trifft dies auf alle Flüchtlingskinder in Jüchen zu, auch auf solche, die ohne Begleitung von Erwachsenen gekommen sind. Aktuell besuchen 31 Flüchtlingskinder die örtlichen Grundschulen, 20 davon die Grundschule in Hochneukirch-Otzenrath. Denn Hochneukirch ist der Ortsteil mit den meisten Flüchtlingen, die dort aber von ihrem Umfeld problemlos und gut aufgenommen werden.

In der Sekundarschule Jüchen, die ab dem Sommer in eine Gesamtschule übergeht, werden zurzeit zwölf Flüchtlinge in einer Seiteneinsteigerklasse betreut. Zwei weitere Flüchtlingskinder besuchen die Hauptschule, die ebenfalls im Sommer ausläuft. Ein Flüchtlingskind geht aufs Gymnasium in Jüchen, neun besuchen Schulen außerhalb der Gemeinde. Und zwei Kinder wurden noch keiner Schule zugewiesen, was aber in Kürze geschehen soll. Für sogenannte Seiteneinsteiger, also ältere Flüchtlingskinder, die in ihren Heimatländern schon zur Schule gegangen sind, ist der Rhein-Kreis Neuss mit seinem kommunalen Integrationszentrum zuständig.

Mitarbeiter des Kreisjugendamtes berichteten im Jüchener Fachausschuss jetzt über die Arbeit mit den Flüchtlingskindern in den Schulen. So gibt es seit Mai 2015 am Berufsbildungszentrum in Grevenbroich, das auch für Jüchen zuständig ist, zwei internationale Förderklassen mit aktuell 38 Schülern. Im Dezember wurden auch in Neuss zwei internationale Berufsschul-Lerngruppen für Flüchtlingskinder eingerichtet. In Dormagen sollen weitere zwei Lerngruppen hinzukommen sowie jeweils eine dritte in Grevenbroich und Neuss.

An den weiterführenden Schulen in Jüchen lohnte sich bisher von der Zahl her nur eine Seiteneinsteigerklasse in der Sekundarschule. Die unterschreitet aber mit ihren zwölf Schülern nach Angaben des Kreisjugendamtes eigentlich das erwünschte Soll von 18 bis 19 Schülern. Es gebe mittlerweile sogar viele Seiteneinsteigerklassen mit 20 Schülern. In der Nachbarschaft boten sich für potenzielle Gymnasiasten unter den Flüchtlingskindern in Jüchen lediglich internationale Klassen in Grevenbroich, Neuss und Meerbusch an. Das Gymnasium in Jüchen und die Hauptschule konnten die bislang nur vereinzelt angemeldeten Seiteneinsteiger individuell "auffangen" und fördern.

Quelle: NGZ
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