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Jüchen
Sebastianus-Schützen laden zur ersten "Garzweiler Wasen"

Jüchen. Bruderschaften pflegen Traditionen, stehen aber auch Neuem aufgeschlossen gegenüber: In diesem Sinne luden die Garzweiler Schützen zu ihrem ersten Oktoberfest in die Peter-Giesen-Halle ein. Mit der Resonanz - es kamen knapp 200 Gäste - waren die Schützen zufrieden. Sie hatten einen Teil der Halle abgetrennt, damit die Veranstaltung noch besser besucht wirkte, als sie tatsächlich war. Der Erlös soll in die Zeltmusik beim nächsten Schützenfest fließen.

Für Michael Pfankuch, den Geschäftsführer der Bruderschaft, war es kein Problem, stilecht in Lederhose zu erscheinen: "Ich besuche bereits seit 25 Jahren das Oktoberfest in München." Was auffiel: Die meisten Besucher hatten sich für Dirndl beziehungsweise karierte Hemden und Lederhosen entschieden. Dafür gab es zur Begrüßung einen Gratis-Schnaps. Zum authentischen Bayern-Feeling trug auch der Ausschank von Oktoberfest-Bier bei, das mehr Alkohol enthält als die gewohnten Pils- oder Alt-Marken.

Die Tische waren mit blauweißen Tischdecken geschmückt. Wem der Ein-Liter-Maßkrug für 7,20 Euro zu groß, zu schwer oder zu promillestark war, konnte auch die 0,5-Liter-Variante wählen. Wer feiert wie die Bayern, kommt auch an einer gewissen Kraftmeierei nicht vorbei: Baumstämme wurden zwar nicht zersägt, aber zu vorgerückter Stunde galt es, den großen, gefüllten Maßkrug mit ausgestrecktem Arm möglichst lange zu halten.

Worüber sich Brudermeister Heinz-Dieter Königs (69) freute: "Die ,Garzweiler Wasen 2016' wurden nicht vom Vorstand, sondern von vier jungen Zügen organisiert." Es sind die Artillerie, die "Heimattreue", die "Garzwiller Boschte" und die "Köhmschützen". Die Musik war abwechslungsreich: Zunächst spielte "Scottish Sounds" mit Dudelsäcken auf, die Köhm-Musikanten hatten Blasmusik im Repertoire und DJ Paddy aus Jüchen legte vor allem Schlager auf. Zur Stärkung gab es Brezeln und Leberkäse. Die "Garzweiler Wasen" wurden bereits um 18 Uhr eröffnet. "Wir wollten damit die älteren Bürger ansprechen, aber das ist uns nicht gelungen", erklärte Pfannkuch. Es war fast ausschließlich junges Party-Volk, das sich erst nach 20 Uhr blicken ließ.

(barni)
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