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Jüchen
Segen für Klostergäste mit Fell und Gefieder

Jüchen: Segen für Klostergäste mit Fell und Gefieder
Zwei Monate alt und hübscher als ihr Name vermuten lässt: Die "Warzenenten" von Sonja Bebber werden im Nikolauskloster von Pater Felix gesegnet. FOTO: salzburg
Jüchen. Anlässlich des Welttiertages hatten die Oblatenmissionare zur Tiersegnung in den Park des Nikolausklosters eingeladen. Von Susanne Niemöhlmann

Der von Pater Felix erhoffte Elefant ist auch diesmal nicht dabei. Vielleicht klappt's ja im nächsten Jahr. Denn dass die Oblatenmissionare des Nikolausklosters mit der Tiersegnung am 4. Oktober einen alten Brauch aufgegriffen haben, spricht sich herum. Und so füllen vor allem Hunde, aber auch Katzen, Meerschweinchen und Schildkröten, Pferde, Esel und Enten die große Wiese im Park des Klosters. Und als die Orgel einsetzt, ertönt vielstimmiger "Gesang".

"Viele alte Bekannte" macht Pater Felix in der Menge aus. Aber viele Teilnehmer sind auch zum ersten Mal gekommen und haben ihre Lieblinge mitgebracht. "Wir haben erst heute Morgen in der Messe von der Tiersegnung erfahren und sind noch einmal wiedergekommen", erzählt der Mönchengladbacher Sven Küper, der Labradorhündin Lilli an der Leine führt. Kater Marquis macht zunächst einen recht entspannten Eindruck. Doch ein unbeobachteter Moment genügt ihm, um aus der Transportbox zu entwischen. Haken schlagend wetzt er durch die Reihen brav wartender Hunde.

Besitzerin Olga Küper heftet sich sofort an seine Fersen und hält ihn bald wieder im Arm. Ruhig verhalten sich auch die vier Warzenenten, die Sonja Bebber mitgebracht hat und zwischendurch mit Salat füttert. Den kurzen Weg von Scherfhausen zum Nikolauskloster hat Julia Seidelmann ihren Esel Sir Elvis II. geführt, während Ehemann Sebastian die 17-jährige Stute Sanaar, einen Araber-Mix, herübergeritten hat. Warum sie hier sind? "Ich bin selber gläubig", sagt Julia Seidelmann, die im Nikolauskloster geheiratet hat und Sohn Jonah taufen ließ. "Natürlich wünschen wir uns für unsere Tiere Gesundheit." Im Zweispänner, gezogen von den Schwarzwälder Kaltblutstuten Goldie und Mary, ist Familie Humpesch vorgefahren. "Ich habe gestern die Ankündigung in der NGZ gelesen", sagt Andreas Humpesch (75), der mit Frau, Schwiegertochter. Enkelin, Schwager und Schwägerin noch eine Runde um Schloss Dyck drehen will. Dass er viele Bekannte entdeckt, die nicht katholisch sind, findet er "ganz stark".

Ausgehend von der biblischen Geschichte von Bileam und seinem Esel spricht Pater Felix davon, wie wichtig Sensibilität für die Schöpfung ist, und mahnt, Christen sollten "öfter den Mund aufmachen, wo die Schöpfung bedroht wird". Tiere und Kirche würden selten miteinander in Verbindung gebracht, sagt er später, nachdem er jedes Tier einzeln gesegnet hat. "Dabei gehört das Natürliche zu Kirche und Glaube", versichert der 43-Jährige. Keine Frage, dass auch im Kloster Tiere leben: Hund Moritz und die beiden Katzen Maja und Lukas. Ein Herzenswunsch von Pater Felix hat ebenfalls mit Tieren zu tun: Zu Weihnachten würde er gern inmitten von Kamelen und Schafen in einem Zelt auf dem Klostergelände Gottesdienst feiern. "Aber das ist eine Frage der Finanzen und des Artenschutzes."

Quelle: NGZ
 
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