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Jüchen
Senioren wollen im Altenheim wählen

Jüchen: Senioren wollen im Altenheim wählen
Maria Küpper mit ihrer Wahlbenachrichtigung: Für die Bewohner des Carpe Diem steht das Wahllokal im Hause aber nicht zur Verfügung. FOTO: Georg Salzburg
Jüchen. Erst ab 2020 werden zur Kommunalwahl die Wahllokale teilweise neu bestimmt. Die Bewohner des Carpe-Diem-Altenheimes müssen bis dahin das 600 Meter entfernte Wahllokal nutzen, obwohl es auch eines im Hause gibt. Von Gundhild Tillmanns

Maria Küpper lebt seit drei Jahren im Carpe Diem-Seniorenpark und würde dort auch gerne wählen gehen. Denn eigentlich gibt es ja ein Wahllokal im Hause. Doch die 85 Bewohner dürfen genau das nicht nutzen; sie müssen in der etwa 600 Meter entfernten Kindertagesstätte ihre Stimmen abgeben. Darüber ärgert sich die 67-Jährige, die auch als Sprecherin ihrer Mitbewohner auftritt und fragt: "Warum können wir nicht da wählen, wo wir auch wohnen? Viele von uns sind gehbehindert, und der Weg zum Kindergarten ist vor allem mit dem Rollstuhl oder Rollator sehr beschwerlich."

Dies habe zur Folge gehabt, dass etliche Bewohner an der Landtagswahl im Mai nicht teilgenomen hätten: "Dabei ist es gerade im Alter so wichtig, dass wir uns noch einbringen und unser Mitspracherecht wahrnehmen", sagt die engagierte Seniorin, die auch bei der Heimleitung und beim Wahlleiter der Gemeindeverwaltung bereits auf die Problematik mit den Wahllokalen hingewiesen hat. Sie sei aber mit der Antwort, die sie im Rathaus erhalten habe, nicht zufrieden: "Die haben mir da gesagt, für eine Änderung der Wahllokale sei es jetzt für die Bundestagswahl am 24. September zu spät. Dabei muss doch seit der Landtagswahl genug Zeit dafür gewesen sein", meint Maria Küpper.

"Uns ist die Problematik bekannt. Und es ist auch eine Änderung der Wahllokale vorgesehen, die aber nicht vor 2020 zur nächsten Kommunalwahl möglich ist", entgegnet Bürgermeister Harald Zillikens auf Redaktionsnachfrage. Man habe sich durchaus mit der Anfrage der Bürgerin befasst und auch bereits zur Landtagswahl einen Fahrdienst vom Altenheim zur Kindertagesstätte angeboten. Der sei aber leider nicht genutzt worden, sagt Zillikens. Er bietet aber an: "Wir werden noch rechtzeitig vor der Bundestagswahl eine Informationsveranstaltung bei Carpe Diem ansetzen. Dabei werden auch Wahlscheine bereitgehalten, die ebenso wie die Briefwahl dann von den Senioren genutzt werden können, die Probleme haben, das Wahllokal zu erreichen."

Darüber hinaus müssen laut Zillikens ein Teil der bestehenden Wahllokale geändert werden, weil sich der Zuschnitt einiger Einzugsbereiche zum Beispiel durch neue Wohngebiete geändert habe. Das bedürfe aber der Vorbereitung durch die Verwaltung und vor allem auch eines Ratsbeschlusses: "Wir werden unsere Vorschläge dem Rat Ende 2018 vorlegen", kündigt der Bürgermeister an. Vorrang sollen laut Zillikens bei der Auswahl der Wahllokale gemeindeeigene Gebäude haben, um Mietkosten zu sparen. Und diese Gebäude seien auch in der Regel barrierefrei, fügt er hinzu.

Bei der Bundestagswahl am 24. September werden alle Wahllokale in Jüchen von 8 bis 18 Uhr geöffnet sein. Wahlberechtigt sind etwa 18.300 Einwohner, die sich auf 19 Wahlbezirke aufteilen und denen 24 Wahllokale im Gemeindegebiet zur Verfügung stehen. Für die Bundestagswahl benötigt die Gemeinde Jüchen insgesamt 189 ehrenamtliche Wahlhelfer. Zusätzlich wird es im Rathaus drei Briefwahlvorstände geben. Wahlleiter ist Frank Meyer, Oberbürgermeister der Stadt Krefeld.

Quelle: NGZ
 
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