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VfL Victoria Jüchen-Garzweiler
Sportverein weist übereifrige Fußball-Eltern zurecht

Jüchen. "Die wollen doch nur spielen!" Das will man einigen Eltern am Spielfeldrand zurufen, wenn sie ihre Kinder mal wieder zu heftig anfeuern. Ein Fußballverein aus Jüchen hat jetzt sogar ein entsprechendes Schild aufgestellt.  Von Sabine Kricke

Ein Vater steht einen Millimeter vor der Linie, er springt auf und ab, sein Kopf ist hochrot und gleicht einer überreifen Tomate, die jeden Moment zu platzen droht. Er schreit erst seinen Sohn, dann ein anderes Kind, dann wieder seinen Sohn und zum Schluss den Mann im schwarzen Trikot an. So oder so ähnlich spielen sich Wochenende für Wochenende Szenen an den örtlichen Fußballfeldern in der Region statt.

Den übereifrigen Fußball-Eltern hat der VfL Victoria Jüchen-Garzweiler nun Grenzen gesetzt. Vor dem Fußballfeld steht ein Plakat mit Informationen, die Eltern besser nicht vergessen sollten:

1.       Das sind Kinder.

2.       Das ist ein Spiel.

3.       Der Trainer macht das als Hobby.

4.       Der Schiri ist auch ein Mensch.

5.       Das ist nicht die WM.

Dass der faire und vor allem spielerische Gedanke bei Fußballspielen von Kindern immer öfter auf der Strecke bleibt, kritisiert auch die sogenannte "Fair Play Liga". Der Organisator der Initiative für Fairen Kinderfußball, Ralf Klohr, hat nach einem Spielabruch eines Kinderfußballspiels wegen "Zuschauerausschreitungen" beschlossen, etwas ändern zu wollen: "Eine Schlägerei von Eltern, vor den Augen ihrer eigenen acht- bis neunjährigen Kinder, wegen einer Schiedsrichterentscheidung. Für mich gab es nur zwei Optionen. Entweder ich höre auf oder ich verändere etwas", schreibt der Jugendtrainer auf seiner Website.

Für Klohr gibt es drei wichtige Regeln: Die Fanregel, die Trainerregel und die Schiedsrichterregel. Nach der "Fair Play Liga" müssen daher Zuschauer einen Abstand von mindestens 15 Metern zum Spielfeld einhalten. So soll verhindert werden, dass Eltern sich zu stark in das Spiel ihrer Kinder einmischen können. Die Trainerregel sieht ein möglichst sachliches und einvernehmliches Coaching vor. Außerdem gibt es in der Fair Play Liga nach Klohr keinen Schiedsrichter. Vielmehr sollen die Kinder selbst über Foul, Handspiel oder Einwurf entscheiden. 

In Jüchen verzichtet man noch nicht auf einen Schiri und man schreibt den Eltern auch keinen Abstand zum Spielfeld vor - die Aussage hinter dem Plakat ist jedoch eindeutig: Lasst die Kinder einfach spielen. 

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