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Jüchen
St. Pantaleon muss Miete für Kirchenräume nehmen

Jüchen. Hinter einem "Bilderstreit" zwischen Kirchenvorstand und Kolpingsfamilie steht das neue Sparmanagement der Kirche. Von Gundhild Tillmanns

Ein Ultimatum hat der Pfarrer von St. Pantaleon Hochneukirch der Kolpingsfamilie Otzenrath gestellt, das heute abläuft. Pfarrer Franz-Karl Bohnen weist die Kolpingsfamilie schriftlich an: "Alles, was irgendwie mit Kolping zu tun hat, bis zum zweiten April aus dem Gruppenraum komplett zu entfernen und auch die entstandenen Schäden zu beheben. Andernfalls werden die Sachen entsorgt werden müssen."

Schon vor Ablauf dieses Ultimatums seien die Bilder abgehängt worden, sagt Heinrich Küpper, Vorsitzender der Kolpingsfamilie Otzenrath. "Wir haben allerdings auch unsere Möbel, die Tische und Stühle, aus dem Raum entfernt und den Anstreicher bestellt", fügt er hinzu und wird deutlicher: "So geht man nicht miteinander um!" Seit Wochen bemühe sich die Kolpingsfamilie um ein Gespräch mit dem Pfarrer bzw. dem Kirchenvorstand. Denn seiner Wahrnehmung nach gehe es nicht nur um irgendwelche Bilder, "es geht ums Geld", sagt Küpper.

Eine gewisse atmosphärische Störung sei zu bemerken, seitdem die Theaterbühne der Kolpingsfamilie mit großem Erfolg Stücke im Pfarrheim aufführe und für das anschließende Beisammensein wegen der Menge der Besucher auch das Foyer der Kirche nutze. "Wir haben vollstes Verständnis dafür, wenn wir einen Obolus entrichten müssen. Wir haben ja auch Einnahmen mit unserem Theater", sagt Küpper. Aber dann müsse darüber gesprochen werden: "Wir sind jederzeit gesprächsbereit", betont der Vorsitzende der Kolpingsfamilie.

Den "Bilderstreit" hat Küpper jetzt auch im neuen Monatsbrief der Kolpingsfamilie gewürdigt und sogar die Original-E-Mails des Pfarrers und des stellvertretenden Kirchenvorstandsvorsitzenden Hans-Dieter Röder veröffentlicht. Auf Nachfrage unserer Redaktion wollte sich Röder nicht äußern, er verwies auf den Pfarrer, der bekanntlich Vorsitzender des Kirchenvorstandes ist. Pfarrer Bohnen sagt: "Ein Gespräch mit der Kolpingsfamilie wird stattfinden." Aber das könne noch dauern, denn der Kirchenvorstand sei dabei eine neue Hausordnung mit entsprechenden Mieten für die kirchlichen Räume zu erarbeiten. Denn die St. Pantaleon-Pfarrei muss nach dem "Kirchlichen Immobilien-Management" (KIM) nun ihre Gebäude aus eigener Wirtschaftskraft erhalten: "Wir haben zwar Rücklagen von einer Million", verweist der Pfarrer auf die Ausgleichszahlungen für die Umsiedelungen im Zusammenhang mit dem Kohletagebau. Allerdings sei die Gemeinde darauf angewiesen, ihre Gebäude aus den Zinsen dieser Rücklage zu unterhalten. "Wenn man bedenkt, wie niedrig die Zinsen momentan sind, dann ist das keine leichte Aufgabe", verdeutlicht Bohnen. Die Mietsätze seien zwar noch nicht festgelegt, es werde künftig aber jede nichtpfarrliche Gruppierung, zu denen auch die Kolpingsfamilie gehöre, zu Zahlungen für die Nutzung kirchlicher Räume herangezogen. Das sei vergleichbar mit Geburtstagsfeiern in kirchlichen Räumen, für die auch Mieten erhoben würden.

Quelle: NGZ
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