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Jüchen
Starke Frauen der Reformationsgeschichte

Jüchen. Ausstellung beleuchtet 18 Frauen und ihre jeweilige Rolle in der evangelischen Kirche. Von Elena Burbach

Im 500. Reformationsjahr dreht sich alles um eine Person - Martin Luther. Doch die evangelische Gemeinde und die Jüchener Gleichstellungsbeauftragten Ursula Schmitz und Silke Rafaneli haben am Wochenende mit der Ausstellung "Reformatorinnen. Seit 1517" den Blick auf die weiblichen Triebkräfte der Reformation geworfen.

Die Wanderausstellung, die von der Genderstelle der Evangelischen Landeskirche im Rheinland konzipiert wurde, beleuchtet 18 Frauen und ihre jeweilige Rolle in der evangelischen Kirche - angefangen bei Luthers Ehefrau Katharina von Bora bis hin zu Ilse Härter, eine der ersten ordinierten Frauen in Deutschland.

Die Ausstellung spannt damit den Bogen vom Reformationsjahr 1517 bis in die Gegenwart. "Dahinter steckt der Gedanke, von 'Ecclesia semper reformanda'", der Annahme, dass sich die Kirche immer wieder neu reformieren muss, erklärt Patricia Heeck von der Genderstelle der Rheinischen Landeskirche, die die Ausstellung seit Sommer vergangenen Jahres mitgestaltet hat. "Ich habe meine Ansichten selbst noch mal komplett überdacht, als ich die Biografien dieser Frauen gelesen habe", sagt Heeck über die Zeit der Vorbereitung. Darunter ist auch die Biografie der Flugschriftautorin Argula von Grumbach, die sich 1523 für den Magister Seehofer der Universität Ingolstadt einsetzte, der wegen seiner reformatorischen Haltung ins Kloster verbannt wurde. In einem Brief an die Universität schrieb sie damals: "Ich habe euch kein Frauengeschwätz geschrieben, sondern das Wort Gottes als Glied der christlichen Kirche".

Diese und weitere Geschichten konnten die Besucher über einen Audio-Guide in Form fiktiver Dialoge erfahren. Dazu informierten im Gemeindehaus 18 Schriftfahnen über die Theologinnen, Schriftstellerinnen und Liederdichterinnen, die mit ihrer Arbeit den Grundstein für die heutige evangelische Kirche legten. Im Innenhof luden unter freiem Himmel acht Holzfiguren der Frauen dazu ein mehr über die Reformatorinnen zu erfahren.

"Die Ausstellung würdigt mit viel Liebe Frauen, die zu ihrer Zeit keine Anerkennung fanden", sagt Silke Rafaneli. Ursula Schmitz ist deswegen froh, dass sie die Wanderausstellung nach Jüchen holen konnten. "Denn die Ausstellung ist bereits bis ins nächste Jahr ausgebucht", sagt Heeck.

Quelle: NGZ
 
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