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Jüchen
Streit um Kunstrasenplatz in Otzenrath

Jüchen: Streit um Kunstrasenplatz in Otzenrath
Der Rasenplatz in Otzenrath muss immer wieder gesperrt werden. Ob Otzenrath einen eigenen Kunstrasenplatz bekommt, wird genauso geprüft wie eine zentralere Alternative für mehrere Vereine in Hochneukirch. FOTO: A. Tinter
Jüchen. Der SV 09 Otzenrath will einen eigenen Kunstrasenplatz haben. Das wäre dann der zweite in einem Siedlungsgebiet, bislang haben alle drei jeweils einen. Nun soll als Alternative auch der Tennenplatz in Hochneukirch geprüft werden. Von Gundhild Tillmanns

Ungewöhnlich kontrovers für eine Ausschusssitzung in Jüchen ging es am Dienstagabend im Sportausschuss zu. Reizthema war der vom SV 09 Otzenrath beantragte Kunstrasenplatz, der dann der zweite im Siedlungsschwerpunkt Hochneukirch wäre. Bislang hat jeder der drei Siedlungsschwerpunkte der Gemeinde Jüchen jeweils einen Kunstrasenplatz.

Für den SV 09 Otzenrath argumentierte Vereinsvorsitzender Herbert Brockerhoff: "Unser Rasenplatz ist ein Pflegefall." Er müsse immer wieder wochenlang für den Spielbetrieb gesperrt werden. Und mit dem VFB Hochneukirch vereinbarte Trainingszeiten auf dessen Kunstrasenplatz reichten für die 14 Mannschaften des SV Otzenrath nicht aus. Deutlich sprachen sich die Otzenrather gegen eine Zentralisierung in Hochneukirch aus.

Denn die Gemeinde Jüchen will prüfen lassen, ob der Tennenplatz an der Peter-Busch-Straße als Kunstrasenplatz ausgebaut und auch vom SV Otzenrath anstelle des maroden Rasenplatzes an der Jahnstraße mitgenutzt werden kann und soll. Darin sieht der SV Otzenrath aber eine Existenzgefährdung: Dann liefen ihm Mitglieder weg, argumentierte der Vorsitzende.

Heinz Kiefer, Vorsitzender des Gemeindesportverbandes, monierte, der SV 09 Otzenrath "hat nicht mit uns gesprochen. Wo bleibt da das Wir-Gefühl im Sport?", fragte er provokativ. "Es wäre besser gewesen, den Gemeindesportverband mit ins Boot zu holen", hielt er dem Verein vor. "Zwei Kunstrasenplätze in einem Siedlungsschwerpunkt würden große Begehrlichkeiten bei den beiden anderen Siedlungsschwerpunkten wecken", meinte Kiefer. Das brachte ihm aus dem Zuschauerraum vonseiten des SV Otzenrath den Zwischenruf ein: "Verbrecher!"

Sportausschussmitglied Frank Bäumer (SPD) verwies auf den "desaströsen Gemeindehaushalt" und schlug vor, "andere Optionen zu prüfen". Es müsse doch möglich sein, dass SV Otzenrath und VFB Hochneukirch in der Kunstrasenplatznutzung zu einer Kooperation kämen, meinte Bäumer.

Die CDU-Fraktion zeigte sich indes gespalten im Sportausschuss. Peter Trost vom CDU-Ortsverband Hochneukirch-Otzenrath sprang in die Bresche für den SV Otzenrath und wehrte sich "gegen den Einstieg für eine zwangsweise Zusammenlegung" des SV Otzenrath mit dem VFB Hochneukirch.

Trost war auch der Einzige, der dafür stimmte, dem SV Otzenrath einen Zuschuss von 2000 Euro für die allgemeine Aufrechterhaltung des Spielbetriebes zu gewähren. Bürgermeister Harald Zillikens hatte zuvor aber darauf hingewiesen, dass die Sportförderrichtlinien der Gemeinde solche allgemeinen Zuschüsse nicht zulassen. Ausschussmitglied Karl-Heinz Mohren vom CDU-Ortsverband Garzweiler sprach sich aber für die Prüfung beider Standorte für einen neuen Kunstrasenplatz sowohl in Otzenrath als auch in Hochneukirch aus. Mit einstimmigem Beschluss des Fachausschusses wird dies nun dem Rat empfohlen.

Quelle: NGZ
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