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Jüchen
Tempel soll Begegnungsstätte werden

Jüchen: Tempel soll Begegnungsstätte werden
Die Ehrengäste Karl-Heinz Ehms (l.), Ansgar Heveling (2.v.r.) und Harald Zillikens (r.) mit zwei Priestern im neuen Tempel. FOTO: Anja Tinter
Jüchen. In nur sieben Monaten haben Mitglieder der tamilischen Gemeinde Hochneukirch in einem ehemaligen Supermarkt eine Hindu-Glaubensstätte mit mehreren Tempeln errichtet. Zur Eröffnung gab's eine Zeremonie mit Priestern. Von Christian Kandzorra

Ganz schön bunt ist es im neuen Hindutempel an der Hochstraße 10b in Hochneukirch: Die Mitglieder der tamilischen Gemeinde haben den ehemaligen Supermarkt in eine hinduistische Glaubensstätte mit mehreren großen und kleinen, zum Teil begehbaren Tempeln verwandelt und bis ins letzte Detail farbenfroh verziert - und das in gerade einmal sieben Monaten Bauzeit. Mit einer feierlichen Zeremonie samt Gottesdienst wurde der kreisweit einzige Hindutempel jetzt eingeweiht. Mit dabei: einige Ehrengäste wie Jüchens Bürgermeister Harald Zillikens und der Bundestagsabgeordnete Ansgar Heveling, die in eine für sie wohl eher fremde Welt schlüpften. Denn zur Einweihung wurden auch sie jeweils mit einem orientalischen Gewand bekleidet und auf der Stirn mit einem roten Punkt - ein religiöses Symbol des Hinduismus - bemalt.

Im Mittelpunkt der neuen Tempelanlage, die sich zur Eröffnung zahlreiche Besucher ansahen, steht der Tempel für den sogenannten Elefantengott, den viele als eine Art "Hauptgott" bezeichnen. "Die Tamilen sind seit Jahrzehnten gut integriert. Sie haben aber auch ihre Wurzeln nicht vergessen", sagte Bürgermeister Harald Zillikens, der auch mit Blick auf die neue Tempelanlage von einer "Aufwertung" des gesamten Quartiers sprach. Der Tempel soll ein Zentrum der Gemeinschaft werden.

Die Ehrengäste erhielten von den Priestern Opfergaben in Form von Kokosnusshälften, Bananen und Blüten. "So ein Gottesdienst mag uns erst fremdartig erscheinen. Aber es spielt auch eine große Portion Neugierde mit", sagte Ansgar Heveling. Er betonte: "Die neue Tempelanlage ist ein Zeichen für die Erfolgsgeschichte des Miteinanders."

Bei der Einweihung arbeiteten die Priester vor allem mit Kerzen, einer Art Weihrauch und teilweise mit Lebensmitteln als natürlichen Opfergaben. "Wir möchten den Besuchern einen Einblick in unsere Religion geben", sagte Luxsuja Kanesamoorthy (24), die zur jüngeren Generation der Menschen mit hinduistischem Glauben in Jüchen zählt. Varadan Pathmanathan schlägt als Vorsitzender des neu gegründeten Tempelvereins eine Brücke zu den jüngeren Mitgliedern der Gemeinde: "Uns ist es wichtig, dass unsere Kinder den Bezug zum Glauben nicht verlieren." Der 66-Jährige, der beim Baubetriebshof der Gemeinde arbeitet, hatte in den vergangenen sieben Monaten kräftig mit angepackt und die Tempelanlage gestaltet. Rund 85.000 Euro habe der Umbau gekostet, finanziert worden sei dieser rein aus Spenden.

Einer, der sich für die tamilische Gemeinde und den Tempel eingesetzt hat, ist Karl-Heinz Ehms. Er gab den 53 Vereinsmitgliedern Tipps bei der Erledigung aller Formalitäten, die unter anderem die Miete der Immobilie und die Vereinsgründung betrafen. Darüber hinaus hatte sich auch die Familie Kux aus Hochneukirch für die tamilische Gemeinde engagiert. Bis zum 14. Juli soll der Hindutempel nach Auskunft von Luxsuja Kanesamoorthy jeden Tag ab 18 Uhr für Interessierte geöffnet sein. Danach soll jeden Tag ein normaler Gottesdienst dort gefeiert werden. "Unsere Türen stehen für jeden offen", sagte sie.

Quelle: NGZ
 
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