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Jüchen
Trostloses Landart-Areal soll attraktiver werden

Jüchen: Trostloses Landart-Areal soll attraktiver werden
Luzie Fehrenbacher (r.) und Bettina Neuroth haben damit begonnen, die "Naturkunstnatur"-Anlage an der Stadionstraße herzurichten. FOTO: L. berns
Jüchen. Die Naturschützer wollen Wiese und Pflanzen neu säen. Die Künstler von Judith Dielämmer überarbeiten ihre Werke und planen Aktionen. Von Daniela Buschkamp

Wer die "Naturkunstnatur"-Anlage an der Stadionstraße betrachtet, der übersieht die Kunstwerke ebenso wie die natürlichen Akzente. Auch Luzie Fehrenbacher, als Jüchener Ortsgruppen-Chefin des "Bundes für Umwelt- und Naturschutz" eine der Initiatoren, ist mit dem trostlosen Anblick von Jüchens erstem Landart-Projekt unzufrieden. "Wir wollen dort einiges verändern, damit unsere Intention wieder erkennbar wird", sagt Fehrenbacher. Das Ziel war es, eine Symbiose zwischen teilweise wild wachsender Natur und Kunstwerken zu erreichen. Zugleich wollten die BUND-Aktivisten etwas für den Erhalt der Tier- und Pflanzenwelt tun. Ein Beispiel: So sollte eine neu angelegte Wildwiese Tieren Nahrung und Lebensraum bieten.

Gemeinsam mit acht Mitgliedern der Grevenbroicher Produzentengalerie Judith Dielämmer haben die Naturschützer das Areal im vergangenen Sommer angelegt. Auf 2000 Quadratmetern fanden die unterschiedlichen Kunstwerke Platz, daneben säten die Naturschützer Pflanzen aus, Kinder bastelten mit Naturmaterialien wie Federn, Stöcken und Steinen. "Leider waren diese Basteleien die ersten Dinge, die sich nicht gehalten heben", bedauert die Ortsgruppen-Chefin. Auch von der geplanten Wildwiese oder dem duftenden Rosenbogen ist bisher kaum etwas zu sehen. "Die Rosen sind vertrocknet; wir legen den Bogen jetzt neu an", sagt Fehrenbacher. Auch die Wildwiese muss erneut ausgesät werden.

Nicht nur die Naturschützer, auch die Künstler haben Handlungsbedarf erkannt - und sind bereits aktiv geworden. "Wir haben über das Thema bei unserem Treffen gesprochen", erzählt Jürgen Holitschke. Der Bedburdycker hat bereits an seinem Beitrag "Asylbeet" gearbeitet und weggeworfene Friedhofspflanzen neu in die Erde gesetzt. Seine Frau Elisabeth Busch-Holitschke hat ihren "Erdsitz" vergrößert. "Nun muss jeder Künstler selbst entscheiden, was er weiter mit seinem Werk tun soll", sagt Holitschke. Er wertet das Projekt bisher als Erfolg: "Wenn man hier arbeitet, bleiben die Menschen stehen, man kommt ins Gespräch", ist seine Erfahrung. Allerdings sei das Prinzip von Landart - Kunst wird dem Wachsen der Natur preisgegeben - nicht jedem zu vermitteln. Die Möglichkeit zum Austausch mit Passanten wollen die Kreativen aber am "Tag des offenen Ateliers" am 20. Juni nutzen: "Wir werden um 13 Uhr hier sein", kündigt Jürgen Holitschke an.

Luzie Fehrenbacher will jetzt am Waldrand noch einige Pflanzen setzen. Sie wünscht sich zudem einen Weg, der zu den Kunstwerken ebenso führt wie zu den Beiträgen der Naturschützer; dazu gehört etwa ein aus einem Baumstamm geschnitztes Eichhörnchen. Zudem überlegt sie noch, wie das Areal künftig gemeinsam mit Schülern genutzt werden kann. Mit Kindern aus der Lindenschule hatte sie dort vor einem Monat noch ein Smiley aus Schneeglöckchen gepflanzt. Auch "Bastelaktionen mit Naturmaterialien" kann sie sich künftig vorstellen.

Quelle: NGZ
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