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Jüchen
Umweltexperte macht Schüler zu "Weltrettern"

Jüchen: Umweltexperte macht Schüler zu "Weltrettern"
Ansgar Laufenberg beim Müllsammeln. Der Lehrer wird die Jüchener Schulen beim Aufbau von Klimaschutz-Unterricht unterstützen. FOTO: M. Reuter
Jüchen. Der Lehrer und Umweltexperte Ansgar Laufenberg berät die Jüchener Schulen beim Aufbau von Klimaschutzkonzepten für alle Fächer. Von Gundhild Tillmanns

Das Interesse sei überwältigend: "So etwas habe ich noch nicht erlebt", sagt Ansgar Laufenberg, der die Jüchener Schulen beim Aufbau von Unterrichtsprogrammen für Klimaschutz unterstützen soll. Martin Schursch, der neue Klimamanager der Gemeinde, hatte alle Schulen vor Ort abgefragt, ob Interesse an Umweltschutzprojekten oder -Arbeitsgemeinschaften bestünde. Und alle hatten dies bejaht, wie Schursch dem Gymnasiallehrer und Umweltexperten Laufenberg sofort mitteilte. Der auch weltweit als Referent gefragte Laufenberg wird nun Anfang Mai bei einer Auftaktveranstaltung Lehrern und Schülern in Jüchen Wege aufzeigen, "wie wir alle Weltretter werden können", formuliert der Pädagoge griffig.

Denn Umwelt- oder Klimaschutz, die vielzitierte Nachhaltigkeit, seien doch nichts anderes als der Versuch, das Leben gesünder und qualitativ besser zu gestalten oder eben zu erhalten, sagt Laufenberg, der sich seit seinem 16. Lebensjahr vegetarisch ernährt. Was er auch in Jüchen verdeutlichen möchte, ist seine Botschaft: Umweltschutz sei nichts Abgehobenes, Abstraktes. Und er lasse auch die Ausrede nicht gelten, dass ein Einzelner nichts bewegen könne. Allerdings werde oft aus einem kleinen Anfang etwas Großes, das Kreise ziehen könne, will er die Jüchener Schüler und Lehrer mit dem Beispiel "seiner" Schule, dem Pascal-Gymnasium in Grevenbroich, motivieren: "Als ich mit nur vier Schülern angefangen habe, mussten wir zuerst im Lexikon nachlesen, was Nachhaltigkeit überhaupt bedeutet", gibt Laufenberg zu. Mittlerweile hat er als Redner im November beim Welt-Klimagipfel in Paris "sein" Gymnasium sogar als Vorzeigeschule der Unesco präsentieren dürfen. "Die Erfahrung, die wir seit 2008 gesammelt haben, geben wir gerne weiter. So müssen Schulen, wie zum Beispiel in Jüchen, nicht erneut die Fehler machen, die wir hinter uns haben", sagt der Lehrer.

Denn aus seiner Erfahrung heraus, sagt Laufenberg, sei es wenig wirkungsvoll, Klima- oder Umweltschutz in den Schulen nur als Arbeitsgemeinschaften anzubieten. Die Schüler seien durch den Ganztagsunterricht und das G8-Abitur so belastet, dass man den Umweltschutz nicht noch als Zusatzbelastung aufbauen dürfe, warnt der Pädagoge. Deshalb werde das Thema Nachhaltigkeit im Pascal-Gymnasium in all' seinen Facetten in allen Unterrichtsfächern projektbezogen eingebaut und damit eine Win-win-Situation erzielt: "So haben die Schüler auch einen persönlichen Wert, wenn sie sich mit dem Umweltschutz beschäftigen. Dann gibt es nämlich gute Noten im Unterricht fürs Weltretten", sagt Laufenberg.

Um den Klimaschutz fest im Lehrplan zu implementieren, rät Laufenberg den Schulen aber auch, unbedingt die Schüler nach ihren Ideen zu befragen. Nur wenn auch die Fragen, die die Kinder selbst benennen und interessieren, behandelt würden, sei auch Akzeptanz zu erzielen. Außerdem seien Kinder Umweltthemen gegenüber viel aufgeschlossener als Erwachsene.

Quelle: NGZ
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