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Jüchen
"Villa-Kunterbunt"-Kinder toben in einer großen Indoor-Halle

Jüchen: "Villa-Kunterbunt"-Kinder toben in einer großen Indoor-Halle
Platz zum Spielen,Klettern und Toben gibt es reichlich in der Indoor-Halle der Kindertagesstätte "Villa Kunterbunt". FOTO: G.Salzburg
Jüchen. Richtig rund geht es in der Indoor-Halle der Kindertagesstätte "Villa Kunterbunt". Im Zentrum der lichtdurchfluteten Halle schaukeln Kinder unter einer riesigen Holzkonstruktion, dem neuen Motorikzentrum, auf einer überdimensionalen Tonne. Auf einem Parcours bewegen sich Lea (2) und Leila (4) tastend. Jules (3) rutscht derweil mit dem Kopf zuerst eine Schräge herab. Neben Hindernissen, die zu überwinden sind, liegen blaue Matten. Von Ursula Wolf-Reisdorf

Ganz ruhig sitzt Silke Haenen, Leiterin der Kindertagesstätte, auf einer Bank am Rande und beobachtet zwei Vierjährige, die über Kisten klettern. "Die Kinder sollen lernen und ausprobieren, was sie sich zutrauen", erzählt die Leiterin. Sie arbeitet seit 21 Jahren in der Einrichtung der Gemeinde Jüchen und weiß, wie sehr sich die pädagogische Arbeit verändert hat.

Was die sechsgruppige Einrichtung heute Freispiel nennt, hat nichts mit dem zu tun, was man etwa aus früheren Zeiten im Kindergarten kennt. Da saßen Kinder oft still im Stuhlkreis, sangen zusammen, klatschten in die Hände, ab und zu wurde mal geturnt. "Doch Kinder sollen sich bewegen und ausprobieren. Und dabei möglichst selbstständig sein", erzählt die Leiterin des zertifizierten Fitnesskindergartens. Im vergangenen Jahr war die Kindertagesstätte um zwei Gruppen erweitert worden, für sie war die frühere Bürgerhalle umgebaut worden. Dort entstand auch die rund 200 Quadratmeter große Indoor-Halle, in der die Gemeinde vor wenigen Monaten für 8000 Euro ein Motorikzentrum, ein Gerät mit ganz vielen Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten zum Klettern, Hüpfen, Springen und Schaukeln, errichtet hat.

Hilfe gibt unter anderem die junge Erzieherin Ann-Kathrin Orzechowski (22) nur, wenn die Beinchen zu kurz sind, um auf eine Kiste zu klettern. Oder wenn eine klare Ansage gefragt ist: "Spring erst, wenn die Matte frei ist". In das Team passt Ann-Kathrin Orzechowski sehr gut. "Sie ist privat im Turnverein, hat einen Trainerschein und baut immer wieder neue Parcours auf", erzählt die Leiterin der Villa Kunterbunt.

Die besuchen derzeit 120 Kinder, die sich auf mehrere Gebäude verteilen. Überall ist freies Bewegen und Selbstständigkeit angesagt. "Vom Nebengebäude rufen die Kinder selber an und fragen, ob sie in die Indoorhalle kommen dürfen", erzählt die Leiterin. Die Investition der Gemeinde hat sich jedenfalls gelohnt. "Ich weiß nicht, ob der gute Zulauf mit der Indoor-Halle zu tun hat. Aber sie scheint zu ziehen, und der Aha Effekt ist da, wenn die Kinder und die Eltern diese tolle Umgebung sehen", erzählt Silke Haenen.

Quelle: NGZ
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