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Jüchen
Von Jüchen in die Welt mit WDR Big Band

Jüchen: Von Jüchen in die Welt mit WDR Big Band
Hat seinen Platz am Flügel: Der Jüchener Frank Chastenier spielt in der WDR Big Band. FOTO: WDR/Ines Kaiser
Jüchen. Frank Chastenier ist in Jüchen aufgewachsen, heute spielt er in der WDR Big Band, hat 60 Auftritte im Jahr im In- und Ausland. Er spricht vom "Traumberuf" und hat etwa mit Chaka Khan und Wolfgang Niedecken zusammengearbeitet. Von Stefan Reinelt

Eine Festanstellung ist in der Musikbranche die große Ausnahme. Frank Chastenier hat so eine bekommen als Mitglied der WDR Big Band. Das Engagement ist ein Vollzeit-Job, den man am liebsten bis zum Rentenalter machen möchte. Diese Ansicht vertritt jedenfalls der 48-Jährige, und er spricht damit wahrscheinlich auch für viele seiner Kollegen. "Es ist eine anstrengende Aufgabe, aber definitiv ein Traumberuf", so der Pianist. Alle zwei Wochen wird ein neues Programm einstudiert für das Radioprogramm des Westdeutschen Rundfunks und für Live-Konzerte. Neben den täglichen Proben gehören CD-Aufnahmen im Studio und rund 60 Auftritte im Jahr zum Geschäft.

Seine ersten musikalischen Gehversuche machte Frank Chastenier an der "Heimorgel" in Jüchen. In Mönchengladbach-Rheydt geboren, wuchs er in der Gemeinde auf und besuchte das Gymnasium in Odenkirchen. "Mit acht Jahren habe ich die Schallplatten nach Gehör nachgespielt", erinnert er sich. Ein Album von Oscar Peterson und Count Basie begeisterte ihn schließlich für die Jazzmusik. Als 13-Jähriger gewann er den Wettbewerb "Jugend jazzt" und wurde daraufhin jüngstes Mitglied im Landesjugendjazzorchester NRW. Später stieg er zum Bundesjugendjazzorchester auf und konnte somit als Jugendlicher bereits die Welt bereisen. "Ich habe früh mit vielen erfahrenen Leuten zusammenarbeiten dürfen und dadurch Kontakte geknüpft", so der 48-Jährige. Dass er sich in jungen Jahren bereits einen Namen in der Szene machen konnte, gehörte zu der glücklichen Fügung 1991, als er im Alter von 24 Jahren zur WDR Big Band stieß. Gerade frisch sein Klavier- und Jazzstudium abgeschlossen, wurde der Platz am Flügel des Orchesters frei. Sein Vorgänger hatte damals das erreicht, was auch Chasteniers Ziel ist: Musik in der Big Band bis zur Rente.

Den Großteil seiner bisherigen musikalischen Karriere hat er in dem Ensemble erlebt. "In der Zeit haben wir mit so vielen tollen Gastmusikern zusammengearbeitet und viele tolle Abende verbracht, so dass ich kein Erlebnis spontan besonders hervorheben könnte", sagt er. Eines nennt er dann trotzdem: In Montreux spielte die Big Band ein fast fünfstündiges Konzert mit dem weltberühmten Komponisten und Produzenten Quincy Jones. Im Laufe der Zeit konnte er mit vielen namhaften Künstlern zusammenarbeiten wie der Soul- und Popsängerin Chaka Khan, mit Hildegard Knef oder Wolfgang Niedecken. Mit Jazztrompeter Till Brönner verbindet ihn eine lange Freundschaft, mehr als nur eine Kollegialität verbindet ihn auch mit Sänger Thomas Quasthoff. Am 3. Juni werden sie wieder gemeinsam in der Philharmonie Essen auftreten.

Vor kurzem führte ihn ein Auftritt in die alte Heimat nach Jüchen. Das Gymnasium nahm am WDR-Projekt "Jazz@School" teil, zu dessen Abschluss ein Konzert in der Peter-Giesen-Halle gehörte. "Das war ein lustiges Gefühl, denn ich habe im Publikum viele bekannte Gesichter gesehen", so Chastenier. Sein Vater und sein älterer Bruder leben in Jüchen, der Musiker selbst wohnt mit seiner Familie in Grevenbroich.

Quelle: NGZ
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