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Jüchen
Was Kinder bei den Pfadfindern lernen

Jüchen: Was Kinder bei den Pfadfindern lernen
Felix, Robin, Fabio, Luzia und Amelie (v.l.) gehören zu den älteren Wölflingen der Otzenrather Pfadfinder. Betreuerin Ramona Schneider zeigt ihnen, wie sie aus Latten Holzstühle bauen. FOTO: L. Berns.
Jüchen. Feuer machen, schnitzen, nicht die Orientierung verlieren: Für die Otzenrather Wölflinge kein Problem. Von traditionellem Pfadfinderwissen - der Stamm wird 85 Jahre alt - lassen sich Kinder trotz Smartphone und PC begeistern. Von Daniela Buschkamp

Pfadfinder? Das waren doch die Menschen in der beigefarbenen Kluft, die jeden Tag auf eine gute Tat aus sind. Mit dieser Vorstellung besuche ich die Wölflinge den Otzenrather Stamm der Pfadfinderschaft St. Georg, der am kommenden Wochenende sein 85-jähriges Bestehehen feiert. Beim Treffen mit Felix, Tim, Fabio, Luzia und die anderen wird klar: Die Kluft ist im Schrank geblieben - und die quirlige Gruppe kann anpacken.

Was die Otzenrather Pfadfinder am liebsten tun: Spielen. An diesem warmen Sommertag hat fast jeder seine Wasserpistole mitgebracht. Unter den schattigen Bäumen rund um die (zum Glück nicht genutzte) Feuerstelle hocken die Wölflinge und lechzen nach einer Abkühlung, die Betreuerin Ramona Schneider (25) in Aussicht gestellt hat. "Viele meiner Klassenkameraden finden die Pfadfinder doof", sagt etwa Tim. "Dabei wissen die oft gar nicht, was wir machen - wir machen total coole Sachen." Wie die Wasserschlacht zum Beispiel.

Im Wald unterwegs sein? "Klar,

können wir", sagt das Grüppchen. "Das lernen die Kinder etwa bei Schnitzeljagden im Wald", erläutert Ramona Schneider. Dabei erfahren sie auch, wie sie die Pfadfinderzeichen lesen. Sich verlaufen? Für Amelie unvorstellbar: "Ich kann mich gut orientieren." Da kann das Navigationsgerät zu Hause bleiben.

Zelt aufbauen? "Kein Problem", so die Wölflinge. Einige Lager haben sie bereits auf ihrem Zeltplatz aufgebaut. Allerdings sind sich alle einig: "Zelt abbauen ist besser, das geht schneller." Für den Campingurlaub sind die "Pfadis" perfekt gerüstet.

Feuer machen? Dafür gibt es gleich mehrere Rezepte - etwa mit Feuersteinen, einem Tampon oder mit Kartoffelchips. "Die brennen gut wegen des hohen Fettgehalts", weiß Ramona Schneider. Felix hat da noch das Rezept für den kleinen Forscher: "Feuer machen mit Batterie, Draht und Stroh."

Mit Holz arbeiten? Den Schnitzführerschein haben die Wölflinge alle. "Im Wald könnte ich mir aus einem Stock eine Gabel schnitzen", meint Felix - eine ideale Vorbereitung auch fürs Dschungelcamp. Oder die Wölflinge fertigen aus einfachen Holzlatten mit Nägel, Akkuschrauber und Geduld einen Stuhl.

Respekt vor anderen haben, aufmerksam die Welt wahrnehmen, nicht aufgeben, zu den eigenen Überzeugungen und zum Glauben stehen - diese Werte der Pfadfinder haben nichts von ihrer Aktualität verloren. Die Otzenrather Wölflinge erfahren sie indirekt, etwa beim Spielen, beim Übernehmen von Aufgaben oder bei gemeinsamen Unternehmungen, wo jeder einzelne gefragt ist.

Und welcher Pfadfinder ist ein guter Pfadfinder? "Einer, der mit sich selbst zufrieden ist", meint Ramona Schneider, die selbst seit zehn Jahren Pfadfinderin ist. Zufriedenheit ist an diesem heißen Nachmittag sekundenschnell zu erreichen - einfach: "Wasser marsch".

Quelle: NGZ
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