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Kaarst
23-Jährige überrascht beim Franzosenfest

Kaarst: 23-Jährige überrascht beim Franzosenfest
Elena Bär war eine der Solistinnen beim französischen Abend, trat aber auch mit ihrer Schülerin Lilli Brinkmann auf. FOTO: ati
Kaarst. Kaarsterin springt für kranke Sängerin ein und überzeugt. Tuppenhof kündigt griechischen Abend an. Von Rudolf Barnholt

Der Tuppenhof schien am Freitagabend direkt am Champs-Élysées zu liegen: Es duftete nach Flammkuchen und Zwiebelsuppe, alles war liebevoll in den französischen Landesfarben dekoriert, und Mark Koll hatte das passende musikalische Programm zusammengestellt. Die insgesamt sechs Akteure auf der Bühne begeisterten das Publikum, rissen es mit, ließen es träumen - 97 Besucher wollten sich das nicht entgehen lassen.

Die Flyer mussten in letzter Sekunde neu gedruckt werden. Der Grund: Kim Holtappels, neben Elena Bär eine der beiden Sängerinnen, hatte ihren Auftritt wegen Krankheit absagen müssen. Zum Glück hatte sich die Kaarsterin Lilli Brinkmann überreden lassen, sie zu ersetzen. "Formidable", würde Charles Aznavour dazu gesagt haben. "Formidable" - diesen Song hatte die 23-Jährige Stunden zuvor noch nicht gekannt. Jetzt sang sie ihn, strahlte dabei ihr Publikum an, als sei das alles für sie eine der leichtesten Übungen - kein Wunder, dass die Besucher hin und weg waren. Immer wieder sang sie auch mit ihrer früheren Gesangslehrerin Elena Bär (43) aus Kasachstan, die in Vorst lebt, bei Mark Koll unterrichtet und zurzeit in Köln Katholische Kirchenmusik studiert. Die freute sich riesig: "Sie war meine Schülerin, und es macht mich so glücklich, mit ihr zusammen hier aufzutreten."

Lilli konnte aber in der Kürze der Zeit nicht jeden Song einstudieren - so hatte Zdzislaw Ryczko die Gelegenheit, im wahrsten Sinne des Wortes die erste Geige zu spielen, dezent von Mark Koll am Klavier begleitet. Niklas Fuhrmann (Drums) und Christian Schorsten (Gitarre) hatten einige Minuten Pause.

Die musikalische Vielfalt war enorm. "Wir haben lediglich die Oper ausgelassen", sagte Mark Koll. Besonders gut kamen "Ohrwürmer" an wie "Je veux" von der Sängerin Zaz, aber auch leicht Schnulziges wie "L'amour est bleu" oder so mitreißende Songs wie "C'est si bon". Auch die Auszüge aus dem Musical "Notre Dame de Paris" kamen sehr gut an.

Die Besucher genossen das kleine, feine Stück Frankreich auf dem alten Vierkanthof und geizten nicht mit Applaus. Anderen genügte die Musik als Klangteppich im Hintergrund, sie unterhielten sich draußen mit anderen Frankophilen, meistens ein Glas Rotwein in der Hand. Jürgen Rau, Geschäftsführer des Museumsfördervereins, war mit der Resonanz zufrieden und mit der Stimmung sowieso. Er kündigt für 2018 einen griechischen Abend an.

Quelle: NGZ
 
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