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Kaarst
35 Millionen für neue Gesamtschule?

Kaarst. Im Ausschuss wurde über die Zukunft der Gesamtschule diskutiert. Zur Auswahl stehen mehrere Varianten, die alle eine enorme Investition darstellen würden. Die Mitglieder halten sich mit Bewertungen zurück. Von Rudolf Barnholt

Die Stadt Kaarst steht vor der größten Investition seit dem Bau des Rathauses. Es geht um die Sanierung und Erweiterung der ehemaligen Realschule und der Hauptschule zur künftigen Nutzung als Gesamtschule beziehungsweise um einen kompletten Neubau am jetzigen oder an einem anderen Standort. Vor diesem Hintergrund wurde die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young um eine Expertise gebeten. Die wurde jetzt im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt. Die Ausschussmitglieder hielten sich mit Bewertungen weitestgehend zurück. Die Kosten liegen je nach Alternative zwischen 34,13 und 36,6 Millionen Euro.

Peter Wettengel von Ernst & Young hatte unter anderem einen Neubau an einem neuen Standort durchgerechnet und war zu dem Ergebnis gekommen, dass dies die günstigste Variante wäre. Die Grundstückskosten flossen nicht in die Bewertung ein. Wettengel wies aber auf folgendes hin: "Bei einem Neubau könnte kompakter gebaut werden, der Flächenverbrauch wäre nicht so hoch." Rund 15.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche würden für einen modernen Schulkomplex ausreichen.

Schuldezernent Sebastian Semmler bezifferte die Größe des jetzigen Schulstandorts mit rund 30.000 Quadratmeter. Die Stadt könnte also unter'm Strich eine nicht unerhebliche Summe durch Vermarktung des jetzigen Standorts erzielen. Die Abrisskosten für den Standort Hubertusstraße 22 bis 24 hat Ernst & Young mit 1,2 Millionen Euro kalkuliert. Erst spät war die Alternative des Neubaus an einem anderen Standort geprüft worden. Bislang war es nur um eine Ertüchtigung und Erweiterung der bestehenden Gebäude und um den sukzessiven Neubau bei gleichzeitiger Aufgabe der alten Gebäude auf dem bestehenden Grundstück gegangen. Was den Neubau auf einer unbebauten Fläche attraktiv macht: Ernst & Young geht davon aus, dass die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs während der Bauarbeiten je nach Variante zwischen 1,85 und 2,05 Millionen Euro kosten würde - hinzu kommen die negativen Auswirkungen auf den Schulbetrieb, die nicht in Euro und Cent beziffert werden können. Bei einem Neubau an anderer Stelle würde nach Fertigstellung die komplette Schule umziehen. Bei allen Varianten wird von einem Neubau einer Dreifachsporthalle für 4,283 Millionen Euro und vom Bau einer Mensa für 3,5 Millionen Euro ausgegangen - diese Kosten sind in den Gesamtbausummen bereits enthalten. Insgesamt wurden acht Varianten geprüft.

Bei den ersten vier Varianten würde ein Totalunternehmer planen, bauen sowie vor- und zwischenfinanzieren und die Schule dann schlüsselfertig an die Stadt übergeben. Die Varianten fünf bis acht sehen zusätzlich den Betrieb durch einen Dritten vor, wobei nicht genau definiert wurde, was alles zu dieser Dienstleistung dazugehören würde

Peter Wettengel erklärte sich bereit, sein komplexes Zahlenwerk noch einmal in den Fraktionen vorzustellen, bevor dort beraten und anschließend in den politischen Gremien entschieden wird. "Das wird ein riesengroßes Investment - so oder so", erklärte Anneli Palmen (SPD). Ihr Appell: "Die Gesamtschule darf nicht durch unsere Entscheidungen geschwächt werden, sonst wäre die Investition nicht nachhaltig." Christian Gaumitz (Grüne) ließ seine Sympathie für einen Neubau an einem anderen Standort erkennen. Lars Christoph (CDU) sprach in einer ersten Stellungnahme von "einem Riesen-Investment, das wir vor der Brust haben".

Quelle: NGZ
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