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Kaarst
600 Jahre: Ausstellung belegt Schützen-Historie

Kaarst: 600 Jahre: Ausstellung belegt Schützen-Historie
Schauen sich die historischen Exponate an: Hubert und Karin Kallen (v.l.), Brudermeister Ludger Heintz und Sparkassen-Vorstand Volker Gärtner. FOTO: Lothar Berns
Kaarst. Mehr als 800 Bilder sowie Schützensilber, Orden, Fahnen und Uniformen sind derzeit in der Sparkasse in Büttgen zu sehen. Von Rudolf Barnholt

600 Jahre - die Ausstellung zum ebenso langen Bestehen der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Büttgen in der Sparkasse am Robert-Grootens-Platz kann diese enorme Zeitspanne kaum widerspiegeln: "Die Gründung im Jahr 1415 ist nicht durch historische Dokumente zu beweisen. Die Bruderschaft kann sich für ihr Jubiläum allerdings auf eine alte Überlieferung und auf geschichtliche Indizien berufen", erklärte Brudermeister Ludger Heintz zur Ausstellungseröffnung. Immerhin: Das älteste jetzt ausgestellte Zeugnis der Historie der Büttgener Schützen ist die Plakette des Schützenkönigs des Jahres 1631.

Interessant dürfte vor allem die jüngere Geschichte sein. Kleinenbroich, das zum Kirchspiel Büttgen gehörte, trennte sich 1785, Holzbüttgen 1936 und Driesch 1958 von der Büttgener Bruderschaft. Einschneidend waren aber vor allem die beiden Weltkriege. "1917 beschloss man, für die Dauer des Krieges jeweils einen König auszulosen, damit wenigstens am Fronleichnamstag bei der Prozession das Königssilber getragen werden konnte", erklärte Heintz. Aufgrund von Reibereien mit den französischen Besatzungssoldaten kam es erst 1926 zu einem ersten Schützenfest nach dem Ersten Weltkrieg.

Neues Ungemach brach über die Schützen durch die Nazi-Diktatur herein: 1935 wurde das vorläufig letzte Schützenfest gefeiert. Am 20. Januar 1947 fand dann wieder eine offizielle Generalversammlung statt. Der Brudermeister nannte die vergangenen 65 Jahre "das Goldene Zeitalter der Bruderschaft". Zu den besonderen Aktivitäten gehören seit dieser Zeit das alljährlich im September stattfindende Gedenken Jan van Werths mit der Verleihung der Ehrenplakette, die Übernahme der Betriebsträgerschaft für die Pampusschule vor zwölf Jahren und die Herausgabe der Heimatkundlichen Schriftenreihe. Herbert Hargarten und sein Team haben für die Ausstellung in anderthalb Jahren mehr als 800 Bilder sowie Schützensilber, Orden, Fahnen und Uniformen zusammengetragen, die noch bis nach dem Schützenfest in der Sparkasse zu sehen sind.

Von der Historie der Bruderschaft erzählt unter anderem das älteste erhaltene Bruderschaftsbuch von 1742. 2005 ging als erstes und bislang einziges Jahr in Friedenszeiten ohne Schützenkönig in die Bruderschaftsgeschichte ein. Das Sebastianus-Ehrenschild ist nur vier Mal vergeben worden: Träger sind die mittlerweile verstorbenen Hubert Bayer und Franz Weiers sowie Hubert Dickers und Helmut Haas - sie sind die zwei derzeit höchstdekorierten Büttgener Schützen.

In Büttgen blickt man aber nicht nur zurück, sondern auch nach vorne: Am Freitag, 19. Juni, eine Woche vor Schützenfestbeginn am 27. Juni, findet ab 19 Uhr der große Festkommers im Festzelt statt. Nach einem kurzen offiziellen Teil spielen die "Rabaue" aus Grevenbroich, "Cat Ballou", die zu den neuen Stars der Kölschen Rockmusik zählen, und die Gruppe "Querbeat".

Quelle: NGZ
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