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Kaarst
Am Bisgeshof: Gehweg durch die Gärten?

Kaarst. Um den Bürgersteig zu verbreitern, wären Grundstücksankäufe nötig. Die Verwaltung soll Anwohner kontaktieren. Von Susanne Niemöhlmann

"Am Bisgeshof" und kein Ende: Nachdem sich der Stadtrat in seiner Sitzung Ende Februar gegen eine Beibehaltung der probehalber eingerichteten Einbahnstraßenregelung ausgesprochen hatte, steht das Thema "Verkehrssituation Am Bisgeshof" nun im Planungs- und Verkehrsausschuss erneut auf der Tagesordnung. In der Sitzung, deren öffentlicher Teil morgen um 18.30 Uhr beginnt, wird unter anderem über einen gemeinsamen Antrag der CDU-Fraktion um deren Vorsitzenden Lars Christoph und Markus Wetzler von der Piratenpartei zu beraten sein. Sie hatten Ideen und Vorschläge aus der Bürgerschaft aufgegriffen und der Verwaltung insgesamt neun Arbeitsaufträge vorgelegt - von denen einige bereits bearbeitet sind. "Da hat die Verwaltung schnell reagiert", lobte Lars Christoph gestern im Gespräch mit unserer Redaktion.

Zentraler Punkt: Die Verwaltung soll mit den Eigentümern der süd-östlich angrenzenden Immobilien Kontakt aufnehmen, um über mögliche Ankäufe von Grundstücksstreifen zu verhandeln. Ziel ist es, den dort verlaufenden Gehweg zu verbreitern. Das scheint den Verwaltungsmitarbeitern offenbar erfolgversprechender - zumal das Liegenschaftsamt erste Verhandlungen mit Anwohnern aufgenommen hat - als eine andere vorgeschlagene Variante: die Zusammenlegung der 70 Zentimeter beziehungsweise einen Meter breiten Bürgersteige, die zurzeit auf beiden Straßenseiten verlaufen, zu einem breiteren, einseitig geführten Gehweg. Dazu aber wäre ein Vollausbau der kompletten Straße notwendig, "da das gesamte Straßenprofil und die Straßenentwässerung angepasst werden müssten", heißt es im Beschlussvorschlag der Verwaltung zu diesem Punkt.

Eine klare Absage erteilte das Rathaus hingegen mit Hinweis auf die fehlende Rechtsgrundlage dem Ansinnen, die L 390 zwischen Kaarster Bahnhof und Gustav-Heinemann-Straße in eine "Ortsdurchfahrt" umzuwidmen, um so das Wohngebiet Leibnizstraße über die Landstraße zu erschließen. Auch eine verkehrstechnische Anbindung der Leibnizstraße an das Baugebiet "An der Sonnenuhr" kam in der Verwaltung nicht an: Während mit einer deutlichen Mehrbelastung für den Stodiekring zu rechnen sei, wäre die Entlastung auf der Straße "Am Bisgeshof" "kaum nennenswert".

Nachdem die Einbahnstraßenregelung mit dem Ratsvotum vom Tisch war, habe man weiterhin nach Lösungen gesucht, versichert Lars Christoph. "Ich bin froh, dass wir uns nun wieder dem Kernproblem zuwenden: die Situation für Fußgänger und Radfahrer auf der Straße ,Am Bisgeshof' zu verbessern", betont er. Eigentlich hatten er und seine Mitstreiter eine Bürgerveranstaltung angeregt, auf der die Verwaltung die Ergebnisse der Prüfaufträge hätte vorstellen sollen. Den Gegenvorschlag aus dem Rathaus findet der CDU-Politiker allerdings auch gut: Damit jeder sein Anliegen vorbringen kann, "ohne negative Reaktionen von anderen Interessierten hinnehmen zu müssen", soll auf der Internetseite der Stadt Kaarst über einen längeren Zeitraum eine Online-Bürgerbeteiligung eingerichtet werden.

Quelle: NGZ
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