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Kaarst
Ambulanter Pflegedienst in "Brücke" startet

Kaarst. Diakonie Neuss-Süd bietet mit zunächst vier Vollzeitkräften Betreuung Pflegebedürftiger zu Hause.

So viele glückliche Gesichter gab es im einstigen evangelischen Gemeindezentrum "Die Brücke" schon lange nicht mehr. Gestern war aber wieder richtig Leben an der Oststraße. Vertreter von Stadt und Kreis, Kirche und Diakonie, Pflegeeinrichtungen und Sozialdiensten sowie ehemalige Freunde der "Brücke" feierten gemeinsam die Eröffnung des Ambulanten Pflegedienstes. Die Diakonie Neuss-Süd hat das Gebäude für 20 Jahre angemietet und startet mit zunächst vier Vollzeitkräften, die pflegebedürftige Menschen zuhause betreuen.

Bislang sind die Teamräume sowie das Büro der Pflegedienstleitung im Untergeschoss bezogen worden. "Wir planen darüber hinaus eine Senioren-Tagespflegeeinrichtung im Erdgeschoss", erklärte Karen Rothenbusch, Einrichtungsleitung der Diakonie Neuss-Süd. "Der Bauantrag liegt bei der Stadt und wir hoffen, im September starten zu können."

Sowohl mit der Ambulanten Pflege als auch der geplanten Tagespflege verfolge die Diakonie zwei Ziele, die "uns ganz besonders am Herzen liegen", sagte Rainer Küpper, Geschäftsführer des Diakoniewerks Neuss-Süd. Pflegebedürftige Menschen sollen möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden wohnen bleiben können und Angehörige müssten entlastet werden.

"Damit übernimmt die Diakonie einen Teil kirchlicher Aufgaben und wird so zum Helfer der Gemeinden", lobte Dirk Thamm, Pfarrer in Neuss-Weckhoven. Sebastian Semmler, Beigeordneter für Soziales der Stadt Kaarst, fügte hinzu: "Wenn Pflegebedürftige zuhause betreut werden, entlastet dies uns als Stadt auch." Die meisten Älteren wünschen sich, zuhause bleiben zu können, so Siegfried Henkel, Leiter des Sozialamtes im Rhein-Kreis Neuss. "Zweidrittel aller Pflegebedürftigen leben daheim." Daher sei eine ausgewogene Struktur aus ambulanter, stationärer und Tagespflege so wichtig.

Dass die "Brücke" künftig im Bereich der Seniorenpflege genutzt wird, freut auch das Pfarrerehepaar Annette Marianne Begemann und Martin Pilz. Denn zuletzt stand das Gemeindezentrum etwa ein Jahr lang leer. Das Presbyterium hatte bereits den Verkauf beschlossen. Diese Pläne wurden jedoch verworfen, als der Diakonie-Geschäftsführer die Idee der Seniorenpflege anbrachte. Das war erst im September 2015. Küpper: "Umso erstaunlicher für eine Kirchengemeinde, sich in dieser Geschwindigkeit zu entscheiden." Womit er die Lacher auf seiner Seite und noch mehr glückliche Gesichter in der "Brücke" hatte.

(bb)
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