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Geplanter Stromkonverter in Kaarst
Amprion muss "Hausaufgaben" machen

Geplanter Stromkonverter in Kaarst: Amprion muss "Hausaufgaben" machen
Gestern begannen auf der sogenannten Dreiecksfläche, dem vom Netzbetreiber Amprion bevorzugten Konverter-Standort, Bodenuntersuchungen. FOTO: L. Berns
Kaarst. Kaarsts Technische Beigeordnete Burkhart zeigt sich überrascht von geringem öffentlichen Interesse. Von Susanne Niemöhlmann

Zwei Tage lang wurden bei der Antragskonferenz zum Ausbau des Stromnetzes zwischen Osterath und Rommerskirchen in der Neusser Stadthalle Informationen und Argumente ausgetauscht, Fragen und Anregungen vorgebracht. Am Ende nahm der Übertragungsnetzbetreiber Amprion ein umfangreiches Pflichtenheft mit, das es in den kommenden Monaten zu bearbeiten gilt. "Das wird sicher ein halbes Jahr dauern", schätzt Sigrid Burkhart, Technische Beigeordnete der Stadt Kaarst, die an beiden Tagen an der Konferenz teilnahm.

Sie zeigte sich Mittwoch auf Nachfrage unserer Redaktion mit dem Verlauf der Gespräche durchaus zufrieden: "Wir als Stadt Kaarst hatten Gelegenheit, unsere Anregungen und Fragestellungen einzubringen", sagt sie, "im Grunde haben wir dem Vorhabenträger Amprion einen Gefallen getan, da wir verschiedene Punkte identifiziert haben, die in den bisherigen Unterlagen noch recht schwach ausgeführt waren." Sie habe den Eindruck gehabt, dass Amprion "noch nicht allzu tief in die Materie eingestiegen" sei, die Antragsunterlagen nicht sehr ausführlich gewesen seien.

Verwundert äußerte sich die Dezernentin darüber, dass "die Resonanz der Öffentlichkeit relativ gering" gewesen sei: "Außer Vertretern der verschiedenen Bürgerinitiativen habe ich nicht viele andere interessierte Bürger gesehen", berichtet sie. Auch einige Kommunen, deren Gebiet vom geplanten Verlauf der Stromtrasse zwischen Osterath und dem baden-württembergischen Philippsburg tangiert werde, hätten sich erstaunlich zurückgehalten.

Vor allem umweltpolitische Fragen waren es, um die es am zweiten Konferenztag ging. Während in dieser Phase eine strategische Umweltprüfung genügt, forderten die Konferenz-Teilnehmer eine intensivere Betrachtung der Umweltauswirkungen, wie sie in der sonst zu einem späteren Zeitpunkt anstehenden klassischen Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erfolgt, so Sigrid Burkhart: "Immerhin geht es hier nicht um einen Korridor für eine fiktive Trasse, sondern Amprion viel auf die bestehenden Masten aufsatteln", erklärt sie. Diese UVP sei zeitaufwendiger und kostenintensiver. Burkhart: "Amprion hat nicht eben freudig reagiert, die Notwendigkeit aber eingesehen."

Quelle: NGZ
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