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Kaarst
Ausstellung für Toleranz und Integration

Kaarst: Ausstellung für Toleranz und Integration
Peter Zinken, Bouchra El Maazi, Inci Erdogan und Uschi Baum (v.l.) haben die Ausstellung im Rathaus eröffnet. FOTO: A. Tinter
Kaarst. In einer Ausstellung im Rathaus werden die Lebensgeschichten von vier Jugendlichen mit Migrationshintergrund exemplarisch dargestellt.

Es ist eine ungewöhnliche Ausstellung, die noch bis zum 30. Juni im Atrium des Kaarster Rathauses zu sehen ist. Sie heißt "anders? - cool!" und erzählt von den Ängsten und Problemen, die Jugendliche mit Migrationshintergrund haben. Und sie zeigt Wege auf, wie diese Probleme gelöst werden können. Gleichzeitig wirbt sie um Verständnis für die besondere Lebenssituation junger Migranten und ist deshalb auch für Deutsche - egal, ob Jugendliche oder Erwachsene - interessant.

Nur wenige haben vermutlich schon mal etwas vom "Internationalen Bund" gehört. Er präsentiert die Wanderausstellung, er kümmert sich um die Integration junger Migranten - schon seit über 50 Jahren. Regionalleiter Peter Zinken hat seinen Schreibtisch in Köln. "Der Internationale Bund hat rund 14.000 Mitarbeiter und ist in Nordrhein-Westfalen an 60 Standorten vertreten", erklärte Zinken.

Um die Kaarster Jugendlichen mit Migrationshintergrund kümmert sich die Sozialpädagogin und -managerin Inci Erdogan. De 29-Jährige ist praktisch das freundliche Gesicht, die gute Seele der Jugendmigrationsdienste, deren Träger der "Internationale Bund" ist. Sie hat ihr Büro an der Fesserstraße in Neuss.

Leider waren zur Ausstellungeröffnung am Dienstag Abend nur rund zwei Dutzend Besucher gekommen, darunter Vertreter der Jugendzentren im Stadtgebiet und die stellvertretende Bürgermeisterin Uschi Baum. Sie erklärte das Projekt in ihrer Ansprache wie folgt: "Die Ausstellung beschreibt, wie es sich anfühlt, als Kind beziehungsweise Jugendlicher in ein neues Land zu kommen."

Vier Jugendliche werden im Rahmen dieser Ausstellung exemplarisch vorgestellt. Alle haben zunächst ihre Probleme, aber schließlich kriegen sie in Deutschland doch die Kurve. So wurde aus der 17-jährigen Omeira, für die es in Afghanistan zu gefährlich war, zur Schule zu gehen, eine junge Frau, die eine Ausbildung zur Bürokauffrau absolviert. "Mir gefällt hier in Deutschland die Gleichberechtigung", erfahren die Besucher der Ausstellung, die recht pfiffig gemacht ist.

Da gibt es zum Beispiel ein Quiz mit Fragen wie dieser: Was bedeutet "Schalom"? Frieden, ein Gefäß für geweihtes Wasser oder eine Wintersportart? Die Ausstellung appelliert an die jungen Migranten, die deutsche Sprache zu lernen, um dann auch beruflich durchstarten zu können. Insgesamt geht es um die sprachliche, schulische, berufliche und soziale Integration. Und da sind nicht nur starre Stellwände, sondern auch interaktive Medien. So kann der betroffene Jugendliche mit einem Cursor auf das Land gehen, aus dem er stammt und sich seine Heimatstadt heranzoomen, um zu erfahren, wie viele Menschen wie er hier in der Region leben.

Die Ausstellung ist auch ein Appell für mehr Anpassung auf der einen und mehr Toleranz auf der anderen Seite.

Quelle: NGZ
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