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Kaarst
Ausstellung voller Knöpfe, Holz und Comics

Kaarst: Ausstellung voller Knöpfe, Holz und Comics
Simone Klerx, Roman Klonek und Michael Falkenstein stellen bei Splettstößer aus. FOTO: ati
Kaarst. Die Galerie Splettstößer zeigt mit "paint & cut" Werke, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Von Rudolf Barnholt

Simone Klerx, Roman Klonek und Michael Falkenstein zeigten zurzeit in der Galerie Splettstößer im alten Kaarster Rathaus Arbeiten, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Michael Falkenstein, der Mann, der auch vor großformatigen Holzschnitten nicht zurückschreckt, war eine Zeit lang ein Mann für alle (Wasser)-Fälle. Aktuell spielt nicht Natur die Hauptrolle, sondern modulare Systeme, wie sie in Musikstudios anzutreffen sind. Der Turnaround ist nicht so radikal ausgefallen, wie zu erwarten beziehungsweise zu befürchten gewesen sein könnte: Knöpfe und Kabel kommen als fast schon organisches Ganzes rüber. Mit sehr viel Können, aber auch mit großer Geduld schafft es der Künstler, technischem Equipment eine gewisse Sinnlichkeit zu verleihen. Die Formate sind nicht mehr so groß wie früher, für Holzschnitte aber immer noch beachtlich. Bei Simone Klerx, die an der Düsseldorfer Kunstakademie unter anderem bei Markus Lüpertz studiert hat, dominieren geometrische Formen. Nur ganz wenige Arbeiten weisen zusätzlich organische, wolkige Formen auf in zartesten Pastelltönen. Ansonsten überwiegen dunkle Farben. Dass die Bilder trotz der strengen Formensprache lebendig wirken, liegt auch an den Farbverläufen innerhalb der geometrischen Flächen.

Raffiniert sind die Exponate mit den zwei Glasscheiben: Die Formen scheinen darin zu schweben. Die großformatigen Bilder vor allem im Treppenhaus sind voller Formen, die auf den Betrachter zuzufliegen scheinen. Die 37-Jährige deutet Raumsituationen an und bricht sie zugleich. Roman Klonek stellt jetzt zum ersten Mal in der Galerie Splettstößer aus. Der 48-Jährige präsentiert stark farbige, plakative Arbeiten, die auf Zeichnungen basieren, die dann am PC mit dem Programm "Illustrator" weiter verarbeitet werden. Klonek, der an der Fachhochschule Düsseldorf Grafik-Design studiert hat, "komponiert" auf diese Weise Figuren, die einem bekannt vorkommen: Kein Wunder, nimmt der Künstler doch gerne Anregungen aus der bunten Comic-Welt. Aus den Figuren werden kleine Geschichten, das Drumherum nennt der Künstler "Merkwürdigkeitsverstärker". Japanische und russische Buchstaben, mitunter in abgeänderter Form, ergänzen die Formensprache. Die Ausstellung geht noch bis 11. November.

Quelle: NGZ
 
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