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Kaarst
Ausstellung zeigt Flüchtlings-Kunst

Kaarst. Die Werke sind parallel zu den Musikwochen in den Kirchen zu sehen. Von Bärbel Broer

"Wenn Worte fehlen, sprechen Bilder" - so haben die Kaarster Kunsttherapeutin Ursula Ringes-Schages und die Fotografin Gerlind Engelskirchen ihre Ausstellung mit Fotos und Werken von Flüchtlingen betitelt. Passend zum Thema "Flucht", das im Mittelpunkt der Kaarster Kirchenmusikwochen steht, die heute Abend um 20 Uhr eröffnet werden, sind 14 Fotografien, sechs selbstgemalte Bilder von Flüchtlingen sowie Skulpturen in beiden Veranstaltungsorten - der Auferstehungs- sowie der Lukaskirche - während der Kirchenmusikwochen ausgestellt.

Entstanden sind die vielfältigen Werke bei dem "Kunstprojekt für Flüchtlinge", das im Januar zunächst in der VHS Kaarst gestartet war. Später wurde das Projekt rund um Malerei, Bildhauerei und Arbeiten mit Ton, das von diversen Stiftungen gefördert worden war, auch im Flüchtlingscafé der katholischen St. Martinus-Kirche sowie auf dem Rathausplatz beim Fest der Nationen fortgesetzt. "Wir haben versucht, den Flüchtlingen die Möglichkeit zu geben, ihre Gefühle, Gedanken und Geschichten unabhängig von ihren Sprachkenntnissen zum Ausdruck zu bringen", erklärt Ringes-Schages. Da mit den üblichen Möglichkeiten zur Bekanntmachung wie Flyern oder Plakaten die Flüchtlinge aufgrund der Sprachhemmnisse nur schwer zu erreichen gewesen wären, gingen Ringes-Schages und Engelskirchen ungewöhnliche Wege. "Wir haben die Sprachkurse aufgesucht", erzählt Gerlind Engelskirchen. "Ich habe meine Fotobücher gezeigt und viele waren sehr interessiert." Ringes-Schages, die Farbe, Pinsel und Papier mitgebracht hatte, fing wiederum an zu malen und animierte so die Flüchtlinge zum Mitmachen.

"Die meisten waren sehr aufgeschlossen und neugierig", sagt sie. Vielen sei anzumerken gewesen, dass sie noch nie mit Pinsel und Farbe gearbeitet hätten. "Denn in manchen Kulturen ist das freie Malen, Zeichnen und Gestalten nicht üblich." Umso erstaunlicher die Aussagekraft mancher Werke. So wie das recht naiv wirkende Bild einer jungen Syrerin, das auf den ersten Blick Fluss und Bäume zeigt. Erst beim genaueren Hinsehen entdeckt der Betrachter die dunklen Flecken im Fluss und begreift schließlich, dass sie Leichen darstellen.

Gerlind Engelskirchen fotografierte, während die Flüchtlinge malten, mit Stein und Ton arbeiteten - mal ihre Gesichter, mal die Situationen. So wie die beiden jungen Männer, die gemeinsam über ein Handy gebeugt sind. Ein Sinnbild für die einzige Verbindung in die Heimat. Bilder, die leidvolle, aber auch hoffnungsfrohe Geschichten erzählen.

Quelle: NGZ
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