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Kaarst
Bäume auf Sportplatz und Schulhof dürfen jetzt gefällt werden

Kaarst: Bäume auf Sportplatz und Schulhof dürfen jetzt gefällt werden
Eine Platane auf dem Schulhof der Realschule Büttgen muss fallen, damit Platz für die Container geschaffen wird. FOTO: Hammer, Linda
Kaarst. Eine Platane auf dem Schulhof der Realschule Büttgen muss weichen. Der Bau- und Umweltausschuss stimmte auch der Fällung einer amerikanischen Eiche auf der Sportanlage Büttgen zu. Eine "Galgenfrist" haben dagegen die beiden Baumhasel auf dem Grundstück des Kinderspielplatzes Pescher Straße bekommen - hier konnte man sich noch nicht auf eine mögliche Fällung einigen.

Keine lange Diskussion gab es bezüglich der zu fällenden Platane auf dem Schulhof der Realschule. Im Rahmen der Ausbaumaßnahmen - Realschule und Hauptschule laufen aus und werden an gleicher Stelle durch eine Gesamtschule ersetzt - wird es erforderlich, einige Schulklassen sowie die Mensa provisorisch in Containern unterzubringen. "Egal, wo genau wir die Container aufstellen, ein Baum steht immer im Weg", erklärte Tiefbauamtsleiter Jan Opial. Er rechnet damit, dass die Containerlösung vier Jahre andauern wird.

Die Fällgenehmigung für eine amerikanische Eiche auf der Sportanlage Büttgen wurde nicht so ohne Weiteres erteilt. "Ich habe den Auftrag der Fraktion, dagegen zu stimmen", sagte Claudia Köppe (Die Grünen). Opial erklärte, dass die Fällung im Zusammenhang mit der neuen Beleuchtungsanlage stehe. Die Eiche werfe Schatten, verhindere eine gleichmäßige Ausleuchtung des Platzes. "Es wäre ein Schildbürgerstreich, wenn wir fast eine Million Euro in den Kunstrasenplatz und die neue Beleuchtung investierten und dann dunkle Stellen auf dem Platz zuzulassen", erklärte Rainer Milde (CDU).

Jan Opial hielt auch nichts von dem Vorschlag, den Baum umzupflanzen: "Nur wenige Firmen können so große Bäume umsetzen, die Kosten sind enorm. Alte Bäume wachsen an einem neuen Standort auch nicht gut an, es gibt nicht ohne Grund das Sprichwort, wonach man keinen alten Baum verpflanzen soll." Gegen die Stimmen von UWG und Grünen sowie Josef Karis (Zentrum) wurde die Fällgenehmigung erteilt.

Die Verwaltung hatte sich dagegen ausgesprochen, zwei Baumhaselbäume auf dem Grundstück des Kinderspielplatzes Pescher Straße fällen zu lassen. Anlieger hatten dies mit der Begründung beantragt, das ein zum Spielplatz hin gelegenes Arbeitszimmer in unzumutbarer Weise verdunkelt werde. Vor allem die SPD sprach sich für eine Fällung aus: "Es würde auch den anderen Bäumen dort guttun, wenn die beiden Baumhaseln gefällt werden", sagte Sabine Kühl. Opial warnte davor, einen Präzedenzfall zu schaffen: "Bislang haben wir Fällungen nur zugestimmt, wenn Haupträume betroffen war und nicht Nebenräume wie in diesem Fall." Die Entscheidung, ob beziehungsweise wann diese beiden Bäume entnommen werden, wurde vertagt. Die Verwaltung wird sich vor Ort noch einmal umsehen und nach einer Lösung suchen. Rainer Milde mahnte, auf die Nist- und Brutzeiten der Vögel zu achten.

(barni)
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