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Kaarst
Begeisterter Schütze kleidet gern auch andere Marschierer ein

Kaarst. Hans-Peter Schlütter ist Schütze aus Leidenschaft. Der 55-Jährige lebt in Kaarst, stammt aber von der Furth. Dort ist er Oberst-Adjutant. An der Neusser Straße betreibt er ein Geschäft für Arbeitskleidung. Das ist aber auch die richtige Adresse, wenn es um ein neues Schützen-Outfit geht.

Die Brauchtums-Kleidung wird immer stärker nachgefragt: "Ich wundere mich manchmal, woher die Leute alle kommen", sagt Schlütter. Viele Kunden kämen aus Städten außerhalb des Rhein-Kreises Neuss. In seinem Geschäft gibt es alles, was eine Schützenuniform zu einem ganz persönlichen Kleidungsstück macht: Der 55-Jährige, der zunächst im Betrieb seiner Eltern eine Metzgerlehre absolviert hatte, bedruckt, bestickt und graviert. Die Uniformen selbst kommen von Mustafa Tezgör, der in Neusser Schützenkreisen eine Institution ist. Sie sind unverwüstlich: "Beim Sturm Ela vor zwei Jahren ist zwar vieles zerstört worden, ich weiß aber von keiner einzigen Uniformjacke, die dadurch über die Wupper gegangen ist", erklärt Schlütter. Bei den älteren Uniformen sei die Qualität zwar noch etwas robuster und schwerer, aber auch die aktuellen Jacken und Hosen seien enorm strapazierfähig. Der Geschäftsmann kennt Schützen, die ihre Hosen schon seit 50 Jahren tragen. Wenn sich ein Schütze frühzeitig von seiner Uniform trennen muss, liege das in den allermeisten Fällen "an der Esskultur". Anders ausgedrückt: Wer mit den Jahren zunimmt, muss die ansonsten noch tadellose Jacke oder Hose gegen eine größere eintauschen. Nun ist Uniform nicht gleich Uniform, Jägerjacke nicht gleich Jägerjacke, es gibt schon regionale Unterschiede, selbst innerhalb des Rhein-Kreises Neuss: Da gibt es den bis oben geschlossenen Waffenrock in einem kräftigen Grünton und die Jägeruniform, wie sie in Kaarst zu sehen ist, in einem blasseren Grünton und mit Revers.Der Metzger und Industriekaufmann sagt von sich, er sei "über Umwege ins Showgeschäft gekommen". Damit meint er den Handel mit Schützenbedarf. Er ritzt Gravuren in Orden, stickt Zugnamen und -logos auf Schützenkrawatten und weiß, dass die Saison bald zu Ende geht: "Noch etwa vier Wochen, dann ist Ruhe im Busch." Das sei bedauerlich, denn: "Als begeisterter Schütze habe ich gerne mit Schützen zu tun."

(barni)
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