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Kaarst
Bildung als Schlüssel zur sozialen Integration

Kaarst: Bildung als Schlüssel zur sozialen Integration
Claudia und Christoph Thiel haben vor rund acht Jahren gemeinsam mit den beiden jüngeren Töchtern Janina und Lena eine Stiftung gegründet. FOTO: lber
Kaarst. Mit ihrer Stiftung wollen Claudia und Christoph Thiel Kindern und Jugendlichen aus wirtschaftlich schwachen Familien helfen. Von Bärbel Broer

Dem viel zu frühen Tod ihres Sohnes Nicolai Thiel, der mit 20 Jahren völlig unerwartet an einer Embolie starb, wollten sie auf besondere Weise gedenken. Daher gründeten Claudia und Christoph Thiel gemeinsam mit den beiden jüngeren Töchtern Janina und Lena vor nunmehr acht Jahren die Nicolai-Thiel-Stiftung. Deren Ziel: Erziehung, Bildung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen zu fördern. "Denn Kindern gehört die Zukunft", so Christoph Thiel. "Wir wollen insbesondere Kindern und Jugendlichen aus wirtschaftlich schwachen Familien Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen. Und dafür ist Bildung unerlässlich."

Bislang hatte die Nicolai-Thiel-Stiftung vor allem die Kaarster Nepal-Initiative sowie die Kindernothilfe Duisburg bei einem Projekt in Ecuador unterstützt. "Als kleine Familien-Stiftung kann man keine eigenen Projekte initiieren, sondern bestenfalls bestehende begleiten", erklärt Christoph Thiel. Fünf Jahre lang lief diese Förderung. "In dieser Zeit haben wir auch gelernt, wie Stiftungsarbeit funktioniert", so Claudia Thiel und ihr Mann ergänzt: "Projekte, die jedoch so weit weg sind, kann man nicht selbst mitgestalten."

Daher konzentriert sich die Kaarster Stiftung seit einiger Zeit auf Projekte vor Ort. Zum einen engagiert sie sich bei dem Programm "Meine Talentförderung", das von der Westfälischen Hochschule ins Leben gerufen wurde und talentierte Schüler auf dem Weg ins Studium begleitet. Zum anderen hat die Familie Thiel in Kaarst ein Mentoren-Programm gestartet für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund. Die Idee: Mittels eines Stipendiums fördert die Nicolai-Thiel-Stiftung Kinder ab Klasse 9 bis zu ihrem Eintritt in das Berufsleben. Die Unterstützung ist aber nicht nur finanzieller Art, sondern mit Hilfe von Mentoren werden die Stipendiaten in ihrer Persönlichkeitsbildung begleitet und gefördert. Bei der Gesamtschule Büttgen stieß ihr Ansinnen auf offene Ohren. "Mittlerweile fördern wir drei Flüchtlingskinder." Zudem sind die ersten vier Mentoren gefunden - darunter Lehrer und Handwerker. "Diese treffen sich mit den Kindern ein bis zweimal pro Monat, unterstützen sie, kontrollieren aber auch." Claudia und Christoph Thiel würden dieses Programm gerne ausbauen. Dafür suchen sie bis zu 20 ehrenamtliche Mentoren sowie Schulen, die ihnen Kinder und Jugendliche vermitteln. "Wenn wir genügend Mentoren gefunden haben, können wir entsprechend viele Kinder fördern", so Thiel.

"Mentoren sollten vor allem Freude daran haben, Jugendliche zu begleiten", sagt Claudia Thiel. "Berufliche Erfahrung wäre zudem wünschenswert", fügt ihr Mann hinzu. Regelmäßig treffen sich die Mentoren. So erfährt die Stiftung, welche Unterstützung für die jeweiligen Kinder dringend ist. Die Mentoren begleiten die Jugendlichen, die Stiftung übernimmt den finanziellen Bedarf und die Thiels nehmen teil an der Entwicklung junger Menschen. Ganz der Persönlichkeit ihres verstorbenen Sohnes entsprechend. Denn - so steht es in der Satzung - Nicolai Thiel habe sich durch eine ausgeprägte Hilfsbereitschaft ausgezeichnet.

Quelle: NGZ
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