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Kaarst
Bürger retten ihren Frühschoppen

Kaarst: Bürger retten ihren Frühschoppen
Gute Stimmung und gute Laune verspricht auch der kommenden Bürgerfrühschoppen - dank der Unterstützung durch Vereine. FOTO: ati
Kaarst. Gestern haben sich die Vertreter diverser Kaarster Vereine und Initiativen getroffen, um über einen Bürgerfrühschoppen in Eigenregie zu reden. Sie haben sie auch auf eine gemeinsame, einmalige Aktion geeinigt. Von Rudolf Barnholt

Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus hatte alle Vereine und Organisationen, denen der traditionelle Bürgerfrühschoppen am Herzen liegt, zu einem gemeinsamen Gespräch hinter verschlossenen Türen eingeladen. Der Austausch dauerte rund 45 Minuten, und mit dem Ergebnis können alle zufrieden sein: Die Ehrenamtler werden Geld beziehungsweise ihre Arbeitskraft einbringen, und der Bürgerfrühschoppen kann wie ursprünglich geplant am 7. Januar stattfinden.

Die Bürgermeisterin hatte sich außerstande gesehen, die Veranstaltung zu finanzieren, nachdem das Fünferbündnis sich in der letzten Ratssitzung des Jahres geweigert hatte, dem Haushalt für 2017 zuzustimmen.

Um es vorweg zu nehmen: Aus dem politischen Raum war jetzt niemand mit dabei, als überlegt wurde, wie der Bürgerfrühschoppen 2017 zu retten sei. Auch nicht Theo Thissen. "Ich bin als Vertreter der SG Kaarst hier", betonte der vielseitig engagierte Ehrenamtler, der auch CDU-Politiker ist.

Die Sportler des größten Kaarster Vereins werden ihre Arbeitskraft ebenso einbringen wie die Helfer aus der Privatinitiative um Konny Wilms, der zusammen mit Flüchtlingen anpacken will. Mit im Boot sind unter anderem auch der Stadtsportverband unter der Leitung von Axel Volker und die Senioreninitiative Kaarst, die gestern von Theodor Steinbrock vertreten wurde. Dieser erklärte, die Senioreninitiative werde sich finanziell beteiligen.

Markus Albiez, Vorsitzender des Kunstvereins Nordkanal, dürfte ausgesprochen haben, was viele gedacht haben: "Ich bin begeistert von dem sehr konstruktiven Gespräch - wir sind uns sehr schnell einig geworden." Das Positive an der Einigung: Der Kunstverein muss deutlich weniger Geld zuschießen, als er zu zahlen bereit gewesen wäre. Claus Schiffer, Präsident der Kaarster St. Sebastianer, gehörte zu denen, die finanzielle Unterstützung zugesagt haben, ebenso wie der VdK, der vom Vorsitzenden Volker Zachel vertreten wurde, und der Verein "Kaarster gegen Fluglärm", für den Karl-Heinz Kreuels sprach.

Von den Kaarster Schützen wird sich der Zug "Männerjass" in besonderem Maße für den Bürgerfrühschoppen engagieren. Peter Handrock, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Kaarst-La Madeleine, kündigte ebenfalls einen Zuschuss an. Das Unternehmen "Grobi TV" ist als Geldgeber mit im Boot. Peter Handrock allerdings betonte bei dem Treffen auch: "Die Mitfinanzierung eines solchen Events ist nicht ursächlicher Zweck unseres Vereins und der anderen Vereine. Allerdings dient der Bürgerfrühschoppen auch der Mitgliederwerbung. Wir wollen unbedingt, dass er stattfindet, weil wir auch davon profitieren. Insofern ist der finanzielle Einsatz auch vor unseren Mitgliedern zu rechtfertigen."

Die Technische Beigeordnete Sigrid Burkhard machte bei dem Treffen deutlich, dass noch weitere Unterstützer willkommen seien - die Last für die einzelnen Vereine würde dadurch geringer. Und auch Kämmerer Stefan Meuser freute sich: "Der Bürgerfrühschoppen ist jetzt haushaltsneutral und kann somit stattfinden."

Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus zeigte sich beeindruckt von der großen und spontanen Unterstützung. Sie bekam aber von den an der Besprechung Beteiligten die Forderung mit auf den Weg, dass der Bürgerfrühschoppen künftig wieder von der Stadt finanziert werden müsse.

Quelle: NGZ
 
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