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Kaarst
Büttgen wird wieder zum Radsportdorf

Kaarst: Büttgen wird wieder zum Radsportdorf
Für die meisten Zuschauer der "heimliche Höhepunkt" des traditionsreichen Büttgener Straßenrennens am 1. Mai: Der Nachwuchs tritt beim "Ersten Schritt" kräftig in die Pedale. FOTO: A. Woitschützke
Kaarst. Ohne Eltern geht gar nichts an den zwei Radsporttagen des VfR Büttgen, die morgen mit dem "Spurt in den Mai" starten. 50 Helfer sind im Einsatz, "die meisten haben Radsportler als Kinder", sagt Geschäftsführerin Sandra Wermeister. Von Volker Koch

Zwei Olympiasieger wohnen hier, einer, der in 98 Tagen mit dem deutschen Bahnvierer bei den Sommerspielen in Rio dabei sein wird, ist sportlich beim VfR groß geworden. Büttgen deshalb als "Radsportdorf" zu bezeichnen, ist deshalb sicher nicht übertrieben.

Trotzdem ist Friedhelm Kirchhartz jedes Jahr aufs Neue "überrascht, wie groß die Akzeptanz im Ort für unser Rennen ist", sagt der Gesamtleiter der beiden Radsporttage, die morgen mit dem "Spurt in den Mai" im Sportforum an der Olympiastraße beginnen und am Sonntag mit dem Straßenrennen auf dem Rundkurs mit Start und Ziel an der ehemaligen Pampusschule fortgesetzt werden. Straßensperrungen werden da ebenso klaglos hingenommen wie die "Dauerbeschallung", für die das Moderatorenduo Christian Stoll und Henning Tonn von 9.30 bis nach 18 Uhr sorgt.

"Selbst die katholische Pfarrgemeinde St. Aldegundis hat eigens für uns die Messe verschoben", sagt Kirchhartz - schließlich spielt sich das Geschehen an Start und Ziel direkt vor ihrer Tür ab. Wobei der 1. Mai nur alle paar Jahre auf einen Sonntag fällt. "An dem Termin halten wir fest, der hat Tradition", sagt der Gesamtleiter und nimmt dafür auch in Kauf, dass das seit 1963 in ununterbrochener Folge ausgetragene Straßenrennen in Konkurrenz zu anderen radsportlichen Großveranstaltungen steht.

40.000 Euro beträgt der Etat für beide Tage, nicht gerechnet die Beträge, die Gönner während des Hauptrennens schon mal spontan als Prämie stiften. Doch Geld allein macht noch keine Veranstaltung. "Ohne unsere ehrenamtlichen Helfer ginge das gar nicht", rechnet VfR-Präsident Franz-Josef Kallen vor. Ein harter Kern von acht Leuten um den rührigen Radsport-Abteilungsleiter Heinz-Josef Mäntz bildet das Organisationsteam, an den beiden Tagen sind 50 Helfer im Einsatz. Die meisten kommen aus der 180 Mitglieder starken Radsport-Abteilung, "sehr viele haben Kinder, die Radsport betreiben", weiß Geschäftsführerin Sandra Wermeister, für die das auch zutrifft. Nicht nur deshalb freut sie sich über Zuwachs: Zwölf Kinder haben sich seit Jahresbeginn neu beim VfR angemeldet, nach Jahren der radsportlichen Dürrezeit ein erfreulicher Zuwachs, findet Heinz-Josef Mäntz: "Das Interesse ist wieder da. Dass die Tour de France im nächsten Jahr in Düsseldorf gestartet wird, hat dem Radsport Auftrieb gegeben, auch bei uns im Verein." Weiterer Nachwuchs könnte folgen, denn bei den "Erste-Schritt-Rennen", von denen am Sonntag gleich drei für Kinder zwischen zwei und elf Jahren im Zeitplan stehen, ist schon manches Talent entdeckt worden.

Der Legende nach sogar Andreas Beikirch. Der Ex-Europameister und frühere Junioren-Weltmeister , dessen Name 21 Mal in der Büttgener Siegerliste auftaucht, ist "seinem" VfR treu geblieben - seit ein paar Jahren fungiert er als Sportlicher Leiter. In einem "Radsportdorf" gehört sich das so, auch wenn er längst in Titz wohnt.

Quelle: NGZ
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