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Kaarst
Cohousing-Verein muss sich Wettbewerb stellen

Kaarst: Cohousing-Verein muss sich Wettbewerb stellen
Auf dem Grundstück an der Birkhofstraße könnte auch der Cohousing-Verein bauen - falls er sich im Wettbewerb durchsetzt. FOTO: Anja Tinter
Kaarst. Angebotenes Grundstück an der Birkhofstraße soll im Bieterverfahren vergeben werden. Verein könnte gegen große Bauträger unterliegen. Von Rudolf Barnholt

Das kommt auch nicht alle Tage vor, dass CDU und Die Linke einen gemeinsamen Antrag stellen: Es ging um das Projekt "Cohousing". Das Besondere an dem Antrag, über den jetzt im Haupt- und Finanzausschuss entschieden wurde: Der von dem Verein bevorzugte Standort "Am Dreeskamp" kommt dort nicht mehr vor. Statt dessen wird dem Verein der Standort "Birkhofstraße" in Büttgen schmackhaft gemacht. Aber das Grundstück soll im Rahmen eines Bieterverfahrens vergeben werden. Insofern ist noch völlig offen, ob der Cohousing-Verein hier überhaupt zum Zuge kommen wird.

Eigentlich hatte der Verein auf ein einstimmiges Votum gesetzt. Jetzt stimmte die SPD dagegen, obwohl sie vorbehaltlos für das Cohousing-Projekt ist, und zwar an dem vom Verein gewünschten Standort im Kaarster Westen. Sowohl Günter Kopp (FDP), als auch Anneli Palmen (SPD) beklagten, dass man dem Verein nicht weit genug entgegengekommen sei. Fest steht: In einem Wettbewerb gegen große Bauträger hätte Cohousing keine Chance. Das liegt daran, dass das Gebäude zum einen für breite Bevölkerungskreise erschwinglich sein soll und neben dem Wohnen auch Gemeinschaftsflächen geplant sind, die von Menschen aus dem gesamten Quartier später einmal genutzt werden können. Sozialdezernent Sebastian Semmler griff eine Idee der CDU auf: "Wir werden bei der Ausschreibung berücksichtigten, dass hier alternative Wohnformen angeboten werden sollen und dass Cohousing auch Gemeinschaftsflächen vorsieht." Die soziale Komponente soll dem Verein eine Chance lassen, das Grundstück zu bekommen, selbst wenn er nicht das meiste Geld bietet. Klaus Schmid, Vorsitzender des Cohousing-Vereins, der sich seit Monaten durch Langmut auszeichnet, reagierte auf Anfrage der NGZ wie immer gelassen: "Wir planen jetzt mit der Birkhofstraße. Das ist zwar nur die zweitbeste Wahl und etliche Mitglieder haben kein Interesse, dort zu wohnen. Sie haben den Verein aber nicht verlassen, sondern werden sich als Fördermitglieder auch weiterhin einbringen."

Die Medaille "Birkhofstraße" hat aber auch eine andere, erfreulichere Seite: "Wir haben weiterhin Zulauf, und zwar unter anderem von Interessenten, die gerade in Büttgen wohnen wollen und mit dem Standort "Birkhofstraße" nicht nur leben können, sondern ihn ausdrücklich begrüßen", erklärte Schmid, der aus beruflichen Gründen in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses nicht anwesend war. Bis Weihnachten werde der Verein sein Konzept ausarbeiten, um damit in den Wettbewerb zu gehen. Gebaut werden soll in Büttgen aber im wahrsten Sinne des Wortes nicht um jeden Preis: "Ein Preis von 3.500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche wäre für uns nicht darstellbar", so Klaus Schmid. Der Grund: "Wir wollen nichts Elitäres schaffen, sondern uns in der Mitte der Gesellschaft aufstellen." Und er betont noch einmal: "Wir wollen Gemeinschaftsflächen für das umliegende Quartier bieten." Das Ziel, den Bieterwettbewerb zu gewinnen, hält Schmid für erreichbar. Am 29. Oktober werde der Vorstand des Cohousing-Vereins zusammenkommen, die Mitgliederversammlung werde am 18. oder 19. November stattfinden.

Quelle: NGZ
 
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