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Kaarst
Deutsche Musik ist Trend bei Trauungen

Kaarst: Deutsche Musik ist Trend bei Trauungen
Maureen Wyse ist ausgebildete Schauspielerin und Musical-Sängerin. Heute singt sie bei Hochzeiten aber auch auf Beerdigungen. Sie weiß: "Musik trifft ins Herz". FOTO: Anja Tinter
Kaarst. Als Hochzeitssängerin hat sich die in Kaarst lebende Schauspielerin Maureen Wyse neu erfunden. An ihrer Arbeit fasziniert sie vor allem der sinnliche Aspekt. Wyse ist überzeugt: " Musik ist authentisch und ehrlich. Sie trifft ins Herz." Von Bärbel Broer

Der Moment ist magisch: Sobald Maureen Wyse zum Mikrofon greift und die ersten Verse von Herbert Grönemeyers "Halt mich", Ed Sheerans "Thinking out loud" oder Silbermonds "Ja" singt, berührt sie ihre Zuhörer unmittelbar. Sowohl mit ihrer ausdrucksstarken, kraftvollen Stimme als auch mit ihrer darstellerischen Leistung sowie ihrer imposanten, lebensbejahenden Erscheinung zieht sie das Publikum in ihren Bann.

Die Anlässe, zu denen die Gäste kommen, sind besonders. Denn die 42-jährige in Kaarst lebende Künstlerin arbeitet als Hochzeits- und als Trauersängerin. Es ist eine ihrer vielen beruflichen Stationen. "Ich liebe es, mich immer wieder neu zu erfinden", erzählt Maureen Wyse. So wie ihr großes Vorbild David Bowie: "Auch er hat sich stetig verändert." Mit ihm verbindet sie eine weitere Gemeinsamkeit - auch Wyse ist Profi durch und durch.

Nach ihrem Abitur absolvierte die in München aufgewachsene Tochter eines Nigerianers und einer Deutschen zunächst die Schauspielausbildung an der Neuen Münchner Schauspielschule. Richtig glücklich war sie dabei nicht. "Ich wurde viel gemobbt, weil ich keinen Hehl daraus gemacht habe, dass ich lieber Musical machen wollte. Das passte denen nicht, die mit dem Reclam-Heft auf die Welt gekommen sind."

Trotz mancher Anfeindungen zog sie eisern ihr Schauspielstudium durch und bewarb sich heimlich zur Aufnahmeprüfung für das Musical-Studium an der Bayerischen Theaterakademie. Dort folgten dann weitere vier Jahre Ausbildung. "Und ich erfüllte mir meinen Traum", sagt sie. Das Studium finanzierte sie als Übergrößen-Model auf Modenschauen, bei denen sie tanzte. "Denn eigentlich wollte ich immer Tänzerin werden", erzählt sie. Sie habe aber auch früh festgestellt, dass sie das "Alleinunterhalter-Gen" in sich trage. Direkt nach dem Abschluss erhielt sie ihr erstes festes Theaterengagement am Rheinischen Landestheater in Neuss. Und verliebte sich in einen Zuschauer bei einer anschließenden Premierenfeier. Zwar lebt das Paar nach zwölf Jahren Ehe mittlerweile getrennt, arbeitet aber gemeinsam unter einem Dach - er als Heilpraktiker, sie als Künstlerin mit kleinem Studio. Als Schauspielerin folgten viele unterschiedliche Engagements hauptsächlich an Musik-Theatern, aber auch beim Fernsehen. Nachdem sie das Gefühl hatte, "alles durch zu haben", erfand sie sich neu - zunächst als Trauer-Sängerin. "Musik kann Erinnerungen an glückliche Momente wecken und Trost spenden in schweren Zeiten", so Wyse. Über ihre Homepage im Internet (www.liebeszeremonie.de) gingen aber auch Anfragen als Hochzeitssängerin ein. Im Rahmen von ausführlichen Skype-Telefonaten bespricht sie mit den Paaren den Ablauf der kirchlichen, standesamtlichen oder freien Trauung.

"Eine Hochzeit hat ja einen dramaturgischen Bogen", sagt Wyse. So sei nach der Predigt oder Rede Zeit zum Nachdenken und Innehalten, klassischer Höhepunkt sei das Ja-Wort und der Ringtausch. Entsprechend unterschiedliche Musik sei sinnvoll. "Deutsche Musik liegt voll im Trend. Das klassische 'Ave Maria' dagegen weniger, eher 'Amazing Grace' oder 'Oh Happy Day'", berichtet sie. Am Job der Hochzeitssängerin fasziniert sie besonders der sinnliche Aspekt. Wyse: "Sprache ist oftmals ein Quell von Missverständnissen. Musik dagegen ist authentisch und ehrlich. Sie trifft ins Herz."

Quelle: NGZ
 
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