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Kaarst
Die Architektin für das neue Kaarst

Kaarst: Die Architektin für das neue Kaarst
Auf die Stellenausschreibung der Stadt Kaarst ist Sigrid Burkhart beim Lesen der Samstagzeitung gestoßen. Bis Ende März war sie als Stadtplanerin in Remscheid beschäftigt. FOTO: Anja Tinter
Kaarst. Am 1. April hat Sigrid Burkhart die Nachfolge von Manfred Meuter als Technische Beigeordnete angetreten. Hinter dem Bürgermeister und dem Ersten Beigeordneten ist sie damit die wichtigste Person im Kaarster Rathaus. Von Julia Hagenacker

Büttgen hat die wichtigste Frau in der Stadtverwaltung mit offenen Armen empfangen. Jedenfalls gilt das für die Mitarbeiter im Technischen Rathaus. "Alle standen im Foyer und haben geklatscht", sagt Sigrid Burkhart. "Das spricht für eine tolle Willkommenskultur."

Es ist Donnerstagvormittag, Tag zwei für die neue Technische Beigeordnete an ihrem neuen Arbeitsplatz. Auf der Hinweistafel vor dem Treppenhaus steht noch: "TBG Manfred Meuter, 2. Obergeschoss, Raum 223". Das muss in den nächsten Tagen geändert werden. Manfred Meuter ist seit Ende Februar im Ruhestand. Sein Büro hat der 64-Jährige seiner Nachfolgerin blitzblank und frisch gestrichen überlassen. "Hier fehlen natürlich noch ein paar Bilder an den Wänden", sagt die 54-Jährige. Dafür ist der Schreibtisch bereits mit Unterlagen und Akten bedeckt. "Heute wurde auch die Technik angeschlossen." Ohne E-Mail und Internet, sagt Burkhart, fühle man sich als arbeitender Mensch ja heutzutage irgendwie nicht komplett. Jetzt könne sie anfangen, wirklich anzukommen.

Viel Zeit, sich auf die neue Aufgabe als Baudezernentin und Beigeordnete in einer wirtschafts- und vergleichsweise finanzstarken 42 000-Einwohner-Stadt vorzubereiten, gab es für die gebürtige Westerwälderin, die es Anfang der 1990er Jahre schon einmal ins Rheinland zog, bislang jedenfalls nicht. Eigentlich hätte Sigrid Burkhart bereits im März in Kaarst anfangen können. Zu Beginn der vergangenen Woche hieß ihr Arbeitsort aber noch Remscheid, wo sie sich seit Oktober 2013 als Stadtplanerin Respekt verschafft hat. "Ich hatte dort versprochen, ein Projekt voranzubringen, bevor ich gehe." Und manchmal, sagt Burkhart, sei es auch gar nicht schlecht, wenn einem wenig Zeit zum Nachdenken bleibe. "Ich habe schon einmal in Düsseldorf gewohnt und damals meine gesamte Einrichtung bei Ikea in Kaarst erstanden. Ich wollte gerne wieder zurück ins Rheinland. Jetzt bin ich hier und sehr froh darüber."

Die gelernte Architektin, die anfangs in Rheinbach (26 000 Einwohner) unter anderem für die Bereiche Bauordnung, Bauplanung, Gebäudemanagement und Denkmalschutz zuständig war, hat in der ehemaligen Industrie-Stadt Remscheid (rund 100 000 Einwohner) in gut einem Jahr viel bewegt. Bestimmend dabei waren die Planungen eines Designer-Outlet-Centers (DOC) gleich neben der historischen Altstadt in Remscheid-Lennep. Mit der Ansiedlung eines solchen Millionen-Projekts nicht auf der grünen Wiese, sondern an einem integrierten Standort mitten in der Stadt, übernahm Burkhart ein Model-Projekt, das andere Kommunen mit großem Interesse verfolgen. In Kaarst, das weiß die 54-Jährige, sind die Strukturen und Herausforderungen andere. "Die Entwicklung der Stadtmitte, der Schulen und die Flüchtlingsunterbringung", sagt die Technische Beigeordnete, "werden in der nächsten Zeit große Themen sein. Hier in Kaarst ist im Vergleich zu Remscheid alles ein bisschen kleiner und überschaubarer - aber mit Sicherheit nicht langweilig."

Quelle: NGZ
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