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Kaarst
Die Politik muss zu den Menschen gehen

Kaarst: Die Politik muss zu den Menschen gehen
CDU-Chef Lars Christoph mit der Broschüre, die seine Partei zur Mitgliederwerbung aufgelegt hat. Er ist stolz darauf, dass die Union in Kaarst auf leichtem Wachstumskurs ist. FOTO: Georg Salzburg
Kaarst. Die Mitgliederwerbung stärken, das war eines der Ziele, die Lars Christoph bei seinem Amtsantritt als CDU-Chef formulierte. Zehn Jahre ist das nun her und er hatte Erfolg. Die Kaarster Union ist gewachsen - und soll es weiter tun. Von Dagmar Fischbach

Bei seiner Wahl zum Vize-Vorsitzenden der CDU im Rhein-Kreis warb Lars Christoph für eine intensivere Mitgliederwerbung und -betreuung. Ein Thema, mit dem sich der Vorsitzende des Kaarster CDU-Stadtverbandes seit dem Amtsantritt in seiner Heimatstadt beschäftigt - mit Erfolg. "Als ich vor zehn Jahren zum ersten Mal als CDU-Chef antrat, hatten wir rund 400 Mitglieder. Heute liegen wir bei rund 450", sagt er.

Angestrebt sei, die 500-Mitglieder-Marke zu knacken. Und dafür tut die CDU einiges. "Es ist längst nicht mehr so wie noch in den 70-er und 80-er Jahren, als die Gesellschaft deutlich politischer war und der Eintritt in eine Partei meist in einem schnellen Gespräch an Theke oder Stammtisch geklärt wurde", so Christoph.

Heute müsse die Politik zu den Menschen gehen, so wie es etwa sein Partei-Kollege Sven Ladeck in den letzten Jahren getan habe. "Er hat potenzielle Interessenten besucht, sie bei einem Kaffee über die Union und die Möglichkeiten der Mitarbeit informiert. So hat er insgesamt 15 Neumitglieder für die CDU gewinnen können", sagt Christoph. Dafür war Ladeck beim Kreis-Parteitag übrigens auch als erfolgreichster Mitglieder-Werber ausgezeichnet worden. Im Schnitt verzeichnet die Kaarster CDU rund 20 Neueintritte pro Jahr.

"Und wer zu uns kommt, der soll sich wohlfühlen", so Christoph. Das fange schon damit an, dass jedes Neu-Mitglied ein Begrüßungsschreiben, jedes Mitglied eine Geburtstagskarte bekomme. "Dann haben wir ein Patensystem: Langjährige Mitglieder führen den Nachwuchs ein, stellen ihn zum Beispiel bei Mitgliedervesammlungen vor, sind Ansprechpartner für Fragen rund um die Parteiarbeit", erklärt er. Mit Weinfest, Neujahrsempfang und verschiedenen Rednerveranstaltungen würde darüber hinaus für das Miteinander der Mitglieder gesorgt.

"Wir bieten nicht mehr nur Reden, sondern auch ein Rahmenprogramm und die Möglichkeit des Austauschs. Natürlich sind unsere Mitglieder aus Überzeugung dabei, aber wer sich in Zeiten zunehmender beruflicher Belastung engagiert, möchte auch einen gewissen Freizeitwert daraus ziehen", sagt Christoph.

Auch die politische Arbeit in seiner Partei werde durchlässig gestaltet. "Es bedarf keiner langen Parteizugehörigkeit, um etwa an Arbeitskreisen teilzunehmen. Sie stehen jedem offen." Doch auch bei der Kaarster CDU gibt es nicht nur zufriedene Mitglieder. "Natürlich bekommen auch wir Austrittserklärungen - aber wir versuchen, die Gründe im persönlichen Gespräch zu ermitteln. Rund die Hälfte können wir wieder für uns gewinnen", so Christoph. Dennoch verliere die Kaarster CDU durchschnittlich 15 Mitglieder pro Jahr.

"Wir haben leider sehr viele Sterbefälle zu beklagen", erklärt Christoph. Denn das Durchschnittsalter der Mitglieder sei sehr hoch. "Rund 120 sind 75 Jahre und älter. Der Anteil der unter 35-Jährigen liegt mit 70 Mitgliedern deutlich darunter", erläutert der CDU-Chef. Um die Partei auch für junge Menschen attraktiv zu gestalten, sei beispielsweise der Mitgliedsbeitrag reduziert. "Schüler, Studenten und Auszubildende zahlen im ersten Jahr gar keine Beiträge", sagt Christoph.

Quelle: NGZ
 
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