| 14.17 Uhr

Kaarst
Die rotarische Idee und der Probusclub

Kaarst: Die rotarische Idee und der Probusclub
Ludger Baten (v.l.) moderierte die Talk-Runde mit Anton Kränzle, Adolf Schätzlein und „Probus Kaarst“-Präsident Christian Scholz. FOTO: Berns, Lothar
Kaarst. Wie geht man als Führungspersönlichkeit in leitenden Funktionen beim Wechsel in den Ruhestand mit den (unumgänglichen) Veränderungen in Bezug auf Gehalt, Motivation, Selbstwertgefühl und der Umstrukturierung des Tagesablaufs um? Von Elisabeth Keldenich

Eine Antwort darauf kann eine Mitgliedschaft im Probus (Professionals and Businessmen)Club Kaarst sein. In einer Podiumsdiskussion im Atrium des Rathauses stellten sich Anton Kränzle, Vizepräsident des Probus Clubs Kaarst und Governor Adolf Schätzlein vom Rotary Club Kaarst-Korschenbroich den Fragen von NGZ-Redaktionsleiter Ludger Baten, um der rotarischen Idee auf die Spur zu kommen und ihren Zusammenhang mit dem Probus Club herzustellen.

Baten erinnerte an die Gründung der ersten Probus Clubs in Großbritannien in den sechziger Jahren. Damals entstand auf Initiative des Rotary Clubs Caterham die Idee eines sozialen Netzwerks für Führungskräfte im Ruhestand. "Für Kaarst wurde die Gründung eines Probus Clubs 1995 mit großer Begeisterung aufgenommen", sagte Baten. Gleichgesinnte haben hier die Möglichkeit, den dritten Lebensabschnitt gemeinsam sinnvoll zu gestalten. Es herrsche dort ein "ähnlicher Geist wie bei Rotary", erläuterte Anton Kränzle. Die Rotarier sind international tätig, kümmern sich um Völkerverständigung, Sozialarbeit, und die Umsetzung von Projekten zur Jugendförderung.

Die Mitglieder sind alle (noch) berufstätig. Ob Probus dann nur der Selbstbespaßung diene, wollte Baten wissen. Hier wurde Kränzle energisch. "Für Ältere, die aus führenden Positionen in den Ruhestand gehen und nicht in Service clubs (Wohltätigkeitsvereine) Mitglied waren, ist der Probus Club sozusagen eine soziale Tat von rotary", sagte er. "Man ist im Alter unter Freunden und das möchte man nie mehr missen", so Kränzle mit der Erfahrung zwanzigjähriger Mitgliederschaft. Dieses Gefühl bestätigte auch Heinz Sahnen, früheres Mitglied des Landtags Nordrhein-Westfalen. "Seit vier Jahren bin ich im Probus Club und das war eine sehr gute Entscheidung! Ein neuer Freundeskreis ist entstanden. Auch meine Frau ist dabei und fühlt sich wohl", erklärte er.

Bei der Gründungsversammlung mit 35 Interessenten entschied man sich eindeutig dagegen, ein "Männerclub" sein zu wollen, erzählte Kränzle. "Sechs Männer gingen daraufhin", schmunzelte er. Die Ehefrauen seien immer als "Verkehrsgast" dabei und können nach dem Tod des Mannes aufgenommen werden, umso Geborgenheit des Clublebens weiter zu erfahren. Das besteht im wesentlichen aus den zwei Mal monatlich stattfindenden Clubabenden, bei denen es lebhafte Diskussionen, Vorträge und Lesungen gibt. Vier Arbeitskreise (Garten, Foto, Literatur, Singen) vervollständigen das Angebot. Zum Martinsabend wird regelmäßig eine soziale Einrichtung eingeladen, für die Spenden gesammelt werden.

Auch ein Jahresausflug, Weihnachtsfeier und Sommerfest finden statt. Zudem wird jedes Mitglied animiert, Vorträge über interessante Themen zu halten. Triebfeder sei viel Idealismus. Kränzle gibt aber zu, dass die Mitgliederwerbung schwer falle. "Unser Durchschnittsalter beträgt inzwischen 80 Jahre und nun kann man niemanden mehr aus dem Bekanntenkreis ansprechen", sagte er. Welche Talente man denn als zukünftiges Mitglied mitbringen müsse, wollte Baten wissen. "Um die 60 Jahre alt sein, im Ruhestand sein oder darauf zugehen, gute Vernetzung besitzen, Führungsqualitäten nachweisen, zur Aufgabenübernahme bereit sein und einen Jahresbeitrag von 80 Euro zahlen" fasste Kränzle zusammen.

Er betonte, dass bei Interesse jedes Mitglied zu einem Gespräch bereit sei. Governor Schätzlein vom Rotary Club Kaarst-Korschenbroich bot Hilfe zur Mitgliederwerbung durch persönliche Ansprache an und verneinte Batens Frage, die Rotarier gäben sich ein elitäres Image als Geheimbund mit mangelnder Transparenz. "Wir tun Gutes und reden auch darüber", sagte Schätzlein. Zum Probus Club pflege man eine sehr gute Verbindung und sei auch beim Jahresausflug zugegen.

Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Kaarst: Die rotarische Idee und der Probusclub


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.