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Kaarst
Die Weihnachts-Retter von Kaarst

Kaarst: Die Weihnachts-Retter von Kaarst
Mit den Mitgliedern der Kaarster Ahmadiyya-Gemeinde packten Zaheer Ahmad (2.v.r.) und seine Brüder Pakete für die Aktion von Ursula Baum (2.v.l.) FOTO: U. Baum
Kaarst. Die von Flüchtlingshilfe, katholischer und evangelischer Kirche organisierte Aktion "Weihnachtsschuhkarton" für bedürftige Kaarster lief schleppend - bis die Familie Ahmed 500 Pakete voller Überraschungen spendete. Von Dagmar Fischbach

Mehr als 1000 Päckchen wollte Ursula Baum von der Flüchtlingshilfe zum Fest an bedürftige Kaarster verteilen. Beim Start der Aktion "Weihnachtsschuhkarton", die sie mit der katholischen und evangelischen Kirche ins Leben gerufen hatte, war sie zuversichtlich, dieses Ziel zu erreichen. Im Jahr 2015 hatten die Initiatoren schnell 705 kleine Päckchen für in Kaarst lebende Flüchtlinge zusammen. Diesmal werden die Schuhkartons mit kleinen Geschenken bis 20 Euro an bedürftige, erwachsene Kaarster verteilt - und die am 15. November gestartete Aktion lief schleppend an. "In den ersten Wochen sind kaum Päckchen in den sieben Annahmestellen abgegeben worden. Vielleicht sind die Menschen zur Weihnachtszeit einfach mit Spendenaufrufen überfrachtet. Aber es geht doch um die eigenen Nachbarn", so Baum enttäuscht. Die Initiative drohte zu scheitern - bis Zaheer Ahmad auf den Plan trat.

Der in Kaarst lebende, gebürtige Pakistani betreibt mit seinen Brüdern Laeeg und Faroog einen Textilhandel in Neuss und kennt Ursula Baum von sozialen Projekten, in denen er sich engagiert hatte. "Ich fand die Päckchen-Aktion großartig und hatte keinen Zweifel daran, dass es gelingen würde, die Schuhkartons mit kleinen Überraschungen für Menschen zu füllen, die sich keine Weihnachtsgeschenke leisten können", erzählt er. Umso überraschter seien er, seine Brüder und sein Schwager Safeer Ahmad gewesen, als sie von der geringen Spendenbereitschaft erfuhren: "Uns war sofort klar: Wir müssen helfen."

Zunächst dachten die Männer daran, 150 bis 200 Päckchen zu packen. "Aber es fehlten noch so viele Geschenke. Wir wollten nicht, dass jemand leer ausgehen muss", sagt Zaheer Ahmad. Das Quartett entschied: "Wir packen 500 Schuhkartons voll!" Schnell waren die Kartons organisiert. "Dann haben wir begonnen einzukaufen. Mützen, Schals und Handschuhe, Schmuckstücke für die Frauen und natürlich eine Grußkarte für jeden Beschenkten", erzählt er. Er trommelte die Mitglieder der Kaarster Ahmadiyya-Gemeinde zusammen. "Einen Nachmittag lang haben wir die kleinen Aufmerksamkeiten verpackt", erzählt er. Geschenkpapier legten die Helfer bei. Gestern lieferten sie ihre Weihnachts-Überraschungen in der Sammelstelle des Baustoffhandels Küppers ab. Die Ehrenamtlichen der Schuhkarton-Aktion prüfen jedes gespendete Päckchen und packen es liebevoll in das beigefügte Papier ein.

Ursula Baum ist vom Einsatz der Familie Ahmad begeistert. "Das hat uns einen riesigen Schritt nach vorn gebracht", sagt sie und lobt auch den Einsatz der SG Kaarst und der SF Vorst, die kurzfristig rund 50 Päckchen gespendet haben. "Auch Firmen haben uns unterstützt und viele Einzelpersonen", sagt sie. Ob es gelingen wird, die 1000er Marke zu knacken, wird sie erst morgen wissen. Gewiss ist aber, dass Zaheer Ahmad und seine Familie vielen Bedürftigen das Weihnachtsfest gerettet haben. "Für uns ist es das schönste Geschenk, anderen Menschen zu helfen", sagt Zaheer Ahmad bescheiden.

Info Bei der Aktion Weihnachtsschuhkarton der Flüchtlingshilfe und den Kirchen werden in diesem Jahr bedürftige, erwachsene Kaarster beschenkt. Päckchen können noch heute im Baustoffhandel Küppers abgegeben werden.

Quelle: NGZ
 
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