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Kaarst
Diskussion über Verständnis von Kunst und Politik

Kaarst. Experten-Treffen in der Galerie Splettstößer.

Die Galerie Splettstößer ist seit mehr als zehn Jahren eine Institution für alle Kunstliebhaber in Kaarst. Nun hat Brigitte Splettstößer das Spektrum der Veranstaltungen um ein neues Element erweitert. Zum ersten Mal traf sich jetzt ein Kreis von Kunstinteressierten und Experten in den Räumen der Galerie, um über das Verhältnis von Kunst und Politik zu diskutieren. Auslöser für die Veranstaltung war die diesjährige Documenta 14, die mit dem Anspruch angetreten war, Debatten anzustoßen, die über die Kunst hinaus in die Gesellschaft wirken.

Helmut Blochwitz und Werner Kindsmüller, auf deren Initiative die Veranstaltung zurückgeht, stellten in den Mittelpunkt die Frage, ob Kunst mit ihren ästhetischen Mitteln dazu beitragen soll und kann, die Welt besser zu verstehen oder sie gar zu verändern.

In seinem Einleitungsvortrag sprach sich Werner Kindsmüller gegen eine politische Kunst aus, die "ihre Botschaft auf der Stirn trägt". Kunst müsse vielmehr aufgrund ihrer ästhetischen Kraft in der Lage sein, Grenzen zu überschreiten und zu einer "Dehnung der Wahrnehmungsfähigkeit" beizutragen. In diesem emphatischen Freiheitssinne könne man Beethovens Fidelio, aber auch Joseph Beuys Werk als politische Kunst verstehen.

In der kontroversen Debatte, an der sich Künstler und Kunsthistoriker beteiligten, herrschte weitestgehend Einigkeit darüber, dass Kunst zur Propagandakunst verkümmere, sobald ihre Botschaften von draußen an das Material herangetragen würden. Kunst könne uns aber einen Zugang zur Welt erschließen, wenn sie auf ihre ästhetische Kraft vertraue. Gerade in der heutigen Zeit bedürfe es einer Kunst, die irritiere und zum Nachdenken über unsere Welt anrege.

Die Galerie Splettstößer befindet sich an der Rathausstraße 3. Sie hat dienstags, mittwochs, donnerstags und freitags von 15 bis 18.30 Uhr und samstags in der Zeit von 10 bis 12.30 Uhr geöffnet.

Quelle: NGZ
 
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