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Kaarst
Doppelchörige Bläsermusik lässt Zuhörer staunen

Kaarst. Ein außergewöhnliches musikalisches Experiment fand in der Lukaskirche in Holzbüttgen einen gelungenen Abschluss. Auf das Experiment waren offenbar viele Kaarster neugierig, denn das evangelische Gotteshaus war sehr gut besucht. Das Experiment: Das Kaarster Blockflötensextett "Flautangolé" traf in einem Konzert mit doppelchöriger Bläsermusik auf das Ludwigsburger Oboenensemble. Die Vorgeschichte: Elisabeth Leonhard (Sopran-, Bassflöte) spielt auch Querflöte und besuchte mit diesem Instrument im vergangenen Jahr einen Weiterbildungskursus in Sigmaringen. Dort begegnete sie ihren Ludwigsburger Kollegen, und schnell war man einig: "Wir machen mal was zusammen." Das passt gut zum Namen des Sextetts, der sich aus Flauto (Flöte), Tango und dem Ausruf "Olé" (Auf geht's!) zusammensetzt. Ob die zarten Blockflöten und die weitaus schärfer und weniger warm klingenden Oboen zusammenpassen - darauf war man gespannt. Von Hansgeorg Marzinkowski

Gleich die erste "Canzona per sonare" von Girolamo Frescobaldi in doppelchöriger Besetzung ließ staunen. Vor allem im schönen chorischen Wechsel überzeugten beide Gruppen. Die Ludwigsburger Herren Günther Hässler (Oboe), Uli Steinheil (Englischhorn) und die Fagottisten Martin Haardt und Wolfgang Riedißer passten sich mit möglichst weichem Spiel den Damen des Sextetts an. Bei der ersten gemeinsamen Probe am Abend vorher hatte man sich darauf verständigt, dass Veronika Mascarenhas (Sopran- und Altflöten) die Doppelchörigkeit leitet. Das gelang auch perfekt bei der "Rodrigo-Suite" von Georg Friedrich Händel und einer "Canzon für zwei Bläserchöre" von Giovanni Gabrieli.

Beide Ensembles stellten sich auch mit Werken für ihre Besetzung vor. Glanzstücke waren dabei eine vierstimmige Fuge aus "Kunst der Fuge" von Johann Sebastian Bach (Ludwigsburger Oboenensemble) und die "Capriol Suite" für Blockflötenchor von Peter Warlock. Hier spielten Bärbel Häger auch Sopranino, Maria Höveler (Alt), Elke Schmidt (Tenor) und Hiltrud Richter (Alt), die zudem bei einigen Werken sicher am digitalen Cembalo begleitete. Mit einem kurzen "Allegretto für zwei Fagotte" bekam das Konzert eine heitere Note. Das Oboenensemble variierte den Klassiker der Comedian Harmonists "Mein kleiner grüner Kaktus", Flautangolé arrangierte "Wochenend' und Sonnenschein" der gleichen Gruppe für sich und spielte einen mitreißenden Tango von David Thompson. Beide Ensembles treffen sich am 2. Juli erneut zu einem Konzert - dann in Stuttgart.

Quelle: NGZ
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