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Kaarst
Ehemalige Leiterin blickt auf Buntakuntla-Jahre zurück

Kaarst. Monika Hartings verabschiedet sich nach 24 Jahren. Sie hat einst als alleinerziehende Mutter angefangen.

Monika Hartings ist seit kurzem Rentnerin. Die 65-Jährige arbeitete fast 24 Jahre in der Kindertagesstätte Buntakuntla, davon 20 Jahre als Leiterin. Zu diesem Beruf, der für sie bis zum Schluss Berufung war, war sie eher durch Zufall gekommen - eigentlich wollte sie in die Erwachsenenbildung.

Monika Hartings und die Kita Kuntabuntla passten optimal zusammen. Da war zum einen die 1973 gegründete Elterninitiative, bestehend im Wesentlichen aus zugezogenen Linksintellektuellen, die wollten, dass ihre Kinder freier aufwachsen: "Zu autoritär, zu wenig Freiräume, um Neues ausprobieren zu können, zu viele feste Vorgaben, das beklagten die Eltern", erinnert sich Monika Hartings.

Sie selbst war alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Weil sie ein Mädchen war, hatten sie ihre Eltern nicht aufs Gymnasium gehen lassen. Monika Hartings interessierte sich schon früh für die politische Arbeit, studierte an der Sozialakademie in Dortmund, leistete Gewerkschaftsarbeit und engagierte sich in der evangelischen Kirche, wo sie der frühere Erwachsenenbildungsreferent Werner Ulrich für "seine" Kita entdeckte und nach einiger Überzeugungsarbeit auch begeisterte.

Ihr erster Eindruck vor Ort gefiel ihr: "Die Kinder buddelte Löcher auf dem Weg, sie rannten wie wild herum, waren dreckig - das alles wirkte sehr anregend." Und obwohl sie ja eigentlich was ganz anderes hatte machen wollen, fand sie schnell Gefallen an ihrem Beruf - daran sollte sich über die Jahrzehnte nichts ändern: "Ich habe bis zu meinem letzten Tag gerne dort gearbeitet", sagt Monika Hartings. Die Kita "Kuntabuntla" und die übrigen Kindertagesstätten haben sich im Laufe der Jahre verändert, sind sich ähnlicher geworden. "Zwei Elternabende pro Monat waren zu meinen Anfängen normal, zuletzt traf man sich alle sechs bis acht Wochen", erinnert sich die Rentnerin. Die Mitarbeit der Eltern habe nachgelassen, nicht zuletzt deshalb, weil es viele Alleinerziehende gibt oder beide Elternteile arbeiten gehen. Auf der anderen Seite haben gesetzliche Vorgaben dazu geführt, dass das Engagement der Eltern auch in den anderen Kindertagesstätten zugenommen hat. Vorbei seien auch die Zeiten, wo das, was in der Kita vorgelebt wurde, auch in der Familie gelebt wurde.

Monika Hartings ist als Rentnerin nicht in ein tiefes Loch gefallen. Da ist zum einen ihre 86-jährige Mutter, außerdem ist sie seit rund zehn Jahren für die SPD im Stadtrat vertreten. Sie singt im Chor von Mark Koll mit und kommt jetzt endlich dazu, auch mal was anderes als Fachliteratur zu lesen.

(barni)
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