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Kaarst
Ein Blick in das neue Tagespflege-Haus

Kaarst: Ein Blick in das neue Tagespflege-Haus
Den Gästen wird eine Vielzahl an Aktionen geboten. FOTO: Tinter
Kaarst. Das Johanniter-Zentrum hat seit Anfang des Jahres geöffnet - und wird bislang gut angenommen.

Die Flügel müssen schön bunt werden. Konzentriert bestreichen die beiden Damen die aus Papptellern zurecht geschnittenen Teile der künftigen Schmetterlinge und legen die fertigen zum Trocknen beiseite. "Gestern haben wir schon die Körper vorbereitet", erzählt Betreuungsassistentin Gabi Langenfels. Die fertigen "Tiere" dürfen mitgenommen werden - oder werden die Fenster des neuen Tagespflegehauses des Johanniter-Zentrums verzieren.

Denn nach einem guten Jahr Bauzeit ist dieses Angebot für Menschen mit Pflegestufe zwei seit dem 2. Januar in Betrieb. "Heute haben wir vier Gäste", berichtet Pflegedienstleiterin Sonja Fritsch-Tenhagen. Aktuell wechselt die Inanspruchnahme täglich, bis zu 16 Gäste können maximal betreut werden - einige Plätze sind noch zu haben. Die Atmosphäre ist ruhig und entspannt. Auf der Kochinsel bereitet eine Hauswirtschafterin das Mittagessen zu - die Düfte kündigen Seelachsfilet mit Kartoffeln und Rote Bete Salat an. "Wir ermuntern ausdrücklich zu hauswirtschaftlichen Tätigkeiten", erklärt Fritsch-Tenhagen. Wenn die Gäste um 8.30 Uhr von den Angehörigen oder dem Busdienst der Johanniter gebracht werden, beginnt der Tag zunächst mit einem Treffen im Clubraum, Vorstellung des Tagesplans und der Angebote sowie Zeitungslektüre. Nach einem Frühstück wird gemalt, gebastelt, gesungen oder einfach nur geklönt.

Das Mittagessen findet gemeinsam statt, bevor jeder über die Gestaltung seiner Mittagspause frei entscheiden kann. Beim Kaffeetrinken gibt es selbst Kuchen und bis zur Abholzeit um 16.30 Uhr weitere Angebote. "Es sind immer mehrere Fachkräfte und ich selbst vor Ort", erläutert Sonja Fritsch-Tenhagen. Die Tagespflege kann über Jahre in Anspruch genommen und individuell genutzt werden - an einem oder mehreren Tagen in der Woche. Auch Krankengymnasten und Ärzte kommen ins Haus. Das Angebot bedeutet sowohl eine Entlastung für pflegende Angehörige als auch neue Lebensfreude für die Gäste. "Wir nutzen Synergieeffekte", sagt Rosel Band, Leiterin des Johanniter-Zentrums. Im Alter fehlen oft soziale Kontakte, die dortwieder möglich seien. Außerdem könne so der Aufenthalt zu Hause verlängert werden. "Gestern war eine Dame zu Gast, die sehr glücklich nach Hause ging - früher saß sie den ganzen Tag alleine vor dem Fernseher", sagt Band.

(keld)
 
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