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Kaarst
Ein Frisör mit Herz und Visionen

Kaarst: Ein Frisör mit Herz und Visionen
Der Salon von Franc Braun gehört zu den "Top Ten" in Deutschland. Der 50-Jährige ist aber nicht nur Coiffeur, sondern seit 2003 auch in der Unternehmensberatung tätig. Selbst Star-Friseur Udo Walz hat sich von schon beraten lassen. FOTO: A. Tinter
Kaarst. Nach Bischof Heiner Koch, Bürgermeister Franz-Josef Moormann und VfR-Präsident Franz-Josef Kallen erhält in diesem Jahr ein Unternehmer den Ehrenbecher der Kaarster Brauchtumsgesellschaft Carolus. Von Julia Hagenacker

Ein Frisör-Salon, der entgegen aller wirtschaftlichen Prognosen seit 50 Jahren wächst; der mittlerweile mehr als 40 Mitarbeiter hat, die von "überall" herkommen, um in Kaarst zu arbeiten - und Kunden, die für einen Haarschnitt oder ein paar neue Strähnchen dasselbe tun. Wenn es ein Geheimnis hinter diesem Erfolg gibt, dann ist es wohl das, dass der Chef keine Angst vor Veränderungen hat. "Immer wieder etwas Neues auszuprobieren ist wichtig", sagt Frisörmeister Franc Braun. "Nur deshalb funktioniert das Geschäft - nicht andersherum, und dass sich ständig etwas verändert, das finden auch die Mitarbeiter toll."

Ein paar beispiele gefällig? 1999 zog Braun mit seinem Salon an die Maubisstraße, 2007 übernahm er auch die erste Etage als Beauty-Lounge. Ende 2011 wurden 8000 Kunden nach ihrer Vorstellung befragt und die Räume entsprechend umgebaut: kleine Einheiten, Ruhezonen, warme Farben, Lounge-Bereich im Garten. Für seine unternehmerische Leistung in und für Kaarst zeichnet die Gesellschaft Carolus Kaarst Franc Braun in diesem Jahr mit ihrem Ehrenbecher aus.

Der 50-Jährige, heißt es in der offiziellen Begründung, habe es geschafft, ein in seiner Branche außergewöhnliches, national und international bekanntes Unternehmen aufzubauen und erfolgreich zu führen. Sein sachkundiges, aber auch besonders freundliches Auftreten mache Franc Braun beliebt bei jedermann und garantiere ihm einen Kundenkreis weit über die Stadtgrenzen hinaus. Seine Lieferanten und Kunden schätzten ihn und sein professionelles Team gleichermaßen.

Darauf - auf sein Team - ist Franc Braun besonders stolz. Bereits 2008 wandelte er seinen Betrieb in eine GmbH um. "Ich wollte meinen Mitarbeitern die Möglichkeit geben, sich am Unternehmen zu beteiligen", sagt er. "Deshalb möchte ich die Auszeichnung auch meinem Team widmen. "Man darf nämlich nicht nur sagen, dass man ein guter Chef ist - man muss auch einer sein."

Wie das geht, hat der Unternehmer unter anderem von seinen Eltern gelernt. Die hatten damals zwei Frisörgeschäfte: eines in Düsseldorf und eines in Kaarst. "Eigentlich", erzählt Braun, "wollte ich nach dem Realschulabschluss Berufsschullehrer für Frisöre werden. Der Beruf hat mir dann aber sofort viel Freude gemacht. Das Schöne daran ist ja: Die Wertschätzung der Kunden ist sofort da - wenn man Glück hat, hört man acht mal am Tag: ,Ich bin total happy'." Braun hat hart gearbeitet für so viel Glück.

Nach der Ausbildung in Neuss ging er erst mal zur Bundeswehr, anschließend zur Weiterbildung an eine Akademie in Paris. Nach drei Jahren im Salon seines Bruders in Düsseldorf folgte die Meisterschule. 1991 übernahm er das Kaarster Geschäft - in dem seither nichts lange so bleibt, wie es gerade ist. In der ersten Etage wird wieder gewerkelt: Franc Braun plant einen klassischen Barbershop. Die Idee dazu kam ihm vor zwei Jahren in Hong Kong. "Was neue Konzepte betrifft", sagt er, "ist Asien immer ein Stückchen weiter als wir."

Quelle: NGZ
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