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Kaarst
Ein Glücks-Experte zu Gast bei der CDU

Kaarst: Ein Glücks-Experte zu Gast bei der CDU
Beim CDU-Neujahrsempfang (v.l.): Bundestagsabgeordneter Ansgar Heveling, Landtagsabgeordneter Lutz Lienenkämper, Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus, Referent Manfred Lütz und der Kaarster CDU-Chef Lars Christoph. FOTO: A. Tinter
Kaarst. Der Mediziner und Psychologe Dr. Manfred Lütz sprach beim Neujahrsempfang der Kaarster CDU darüber, wie sich Glück finden lasse. Bei seinem kurzweiligen Vortrag zeigte sich der Glücks-Experte als gewitzter Unterhalter. Von Rudolf Barnholt

Rund 300 Gäste kamen gestern zum CDU-Neujahrsempfang ins Hotel Mercure. Dass die Traditionsveranstaltung so spät wie noch nie stattfand, lag am Terminkalender des Festredners Dr. Manfred Lütz. Das Warten hat sich gelohnt: Der Mediziner sprach über das Glück - eigentlich naheliegend, wenn man bedenkt, dass sein aktueller Bestseller "Wie Sie unvermeidlich glücklich werden - eine Psychologie des Gelingens" heißt. Dass Lütz auch als Kabarettist auftritt, merkte man: Immer wieder wurde gelacht und applaudiert.

Es ging, wenn auch nur kurz, auch um Politik: Lars Christoph, CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzender, gestand, dass der Vorsitzende der Seniorenunion, Theo Thissen kurzfristig verhindert habe, dass der Sektempfang aus Kostengründen gestrichen wurde. Und er kündigte an, dass alle freiwilligen Leistungen auf den Prüfstand müssen. An die Adresse der Vereinsvertreter gerichtet, gab Lars Christoph zu verstehen: "Es wird keinen Kahlschlag geben. Wenn wir kürzen, dann mit Augenmaß." Er appellierte an das Fünferbündnis, "nach dem Wahlkampf jetzt gemeinsame Wege zu suchen".

An Herausforderungen mangele es nicht: "Der öffentlich geförderte Wohnungsbau muss forciert werden, um Altersarmut entgegenzuwirken." Die CDU befürworte nach wie vor ein gegliedertes Schulsystem: "Wir müssen für verschiedenartige Schüler verschiedene Angebote machen." Weitere wichtige Aufgaben seien die Entwicklung des Gewerbegebiets rund um den künftigen Ikea-Standort und das neue Feuerwehrgerätehaus in Büttgen. Mit dem Bau soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Dann war Gastredner Lütz an der Reihe.

Manfred Lütz hatte den Schalk im Nacken: "Ich hatte Kaarst immer für ein Autobahnkreuz gehalten." Und: "Meine Regierung, also meine Frau, hat mir erlaubt, nach Kaarst zu fahren, weil sie selber in der Frauenunion aktiv ist." Er zündete ein wahres Feuerwerk an Sprüchen, zielte als Kölner aber auch ein ums andere Mal auf die Düsseldorfer. Eine seiner zentralen Botschaften zum Thema "Glück": "Leid im Leben eines jeden Menschen ist unvermeidlich - es geht darum, in diesen Grenzen glücklich zu werden."

Glück sei etwas sehr Persönliches, das jeder der sieben Milliarden Menschen für sich anders definiert. Deshalb könne es auch keine Glücksratgeber geben. Auch Erfolg sei kein Synonym für Glück. Es komme vielmehr darauf an, "die Fähigkeiten, die der liebe Gott einem gegeben hat, möglichst fleißig einzusetzen". Erfolg sei kein Glücksgarant, Geld allerdings auch nicht: "Nach einer Umfrage leben die meisten glücklichen Menschen in Bangladesch." Wirkliches Glück sei auch nicht mit Drogen zu erzielen - "und es blitzt immer nur für einen Moment auf".

Lütz möchte Burnout nicht als Krankheit anerkennen, wohl aber die Depression, die oft dahinter stehe: "Die ist aber heilbar." Oft würden jedoch Befindlichkeitsstörungen mit einer Depression verwechselt. Eine gute Freundin am Telefon könne dann wertvoller sein als ein Psychiater. Eine wichtige Voraussetzung für persönliches Glück sei es, im Leben einen Sinn zu sehen.

Quelle: NGZ
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