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Kaarst
Ein Sonntag für Nostalgiker

Kaarst. Bei bestem Herbstwetter fand gestern das 17. Drehorgelfest in Büttgen statt.

Als Hubert Schlabbers aus Holzbüttgen gestern Vormittag die Drehorgelspieler vorstellte, schien die Sonne. Das war auch gut so, denn die empfindlichen Instrumente vertragen keinen Regen. Bei tollem Herbstwetter zauberten die Drehorgeln ein nostalgisches Flair, das die zahlreichen Besucher lieben und jetzt wieder genossen. Es war bereits das 17. Drehorgelfest - die Idee stammt von Brigitte und Hubert Schlabbers.

"Orgeln ist sooo schön", stand auf einer der acht Orgeln. Und es scheint ein Hobby zu sein, das jung hält. Bestes Beispiel dafür war Kurt Mischak aus Bochum, der gemeinsam mit Bernhard Benjamin auftrat. Die 81 Jahre sieht man ihm nicht an. Das Kuriose: Seine Orgel ist genauso alt wie er selbst - er schätzt ihren Wert auf rund 50.000 Euro. "Wir sind Idealisten, Liebhaber und Sammler", sagte Kurt Mischak, der als "Curtinius" auftritt. Er war 25 Jahre lang Präsident des Förderkreises der mechanischen Musikkultur. "Ich habe eine Raffin-Orgel mit 81 Pfeifen", scherzte Erich Perner, der ebenfalls aus Bochum angereist war. "Die 81. Pfeife bin ich", erklärte er.

Die acht Drehorgelspieler verteilten sich auf dem Platz am Rathaus. Sie waren zwar die Hauptdarsteller, aber auch das Rahmenprogramm konnte sich durchaus sehen lassen. Dagmar Stelter hatte in den vergangenen Wochen gesägt, geschmirgelt und angemalt - und präsentierte unter anderem Engel und Nikoläuse aus Holz, aber auch ausgefallene Konfitüren. Es roch nach Reibekuchen wie einst in den Hinterhöfen von Berlin. Damals sammelten noch echte Affen das Kleingeld ein. Gestern waren es Plüschtiere mit ausgefeilter Mechanik, die den Hut abnahmen, wenn jemand eine Münze in den dafür vorgesehenen Behälter warf.

(barni)
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