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Kaarst
Eine Buslinie für das neue Ikea-Haus

Kaarst. Der Planungsausschuss diskutierte über eine "Ikea-Linie" - und grundsätzlich über das ÖPNV-Konzept. Von Rudolf Barnholt

Die Optimierung des Netzes des Öffentlichen Personennahverkehrs stand auf der Tagesordnung des Planungsausschusses. Zwar sollen bei dieser Gelegenheit auch Versorgungslücken - soweit wirtschaftlich vertretbar - geschlossen werden, aber im Vordergrund steht eine neue Buslinie zur Anbindung des Gewerbegebiets "Kaarster Kreuz". Diese neue Linie wird die beiden S-Bahn-Haltepunkte in Büttgen und Kaarst verknüpfen.

Die jetzt geplante Ikea-Linie wird 7,1 Kilometer lang sein und von Kaarst bis Büttgen führen. Kostenpunkt: Knapp 200.000 Euro pro Jahr. Heinrich Hannen (Die Grünen) kritisierte, dass die Busse erst ab neun Uhr fahren sollen: "Was ist mit den Berufspendlern, mit den Menschen, die bei Ikea arbeiten?" Er erwartet außerdem, dass die Verwaltung mit Ikea über eine Kostenbeteiligung verhandelt. "Natürlich werden wir mit dem Möbelhaus darüber sprechen, dass es die Buslinie nicht als Goodie geben wird", erklärte die Technische Beigeordnete Sigrid Burkhard. Und auf Anfrage von Anne Thiele (SPD) teilte sie mit, dass bei Bedarf in dem neuen Gewerbegebiet eine weitere Haltestelle eingerichtet werden könne.

Chantal Gilsdorf, für die Öffentlichkeitsarbeit bei Ikea zuständig, teilte der NGZ dazu mit: "Unser neuer Standort wird in das bestehende Verkehrsnetz integriert und mit öffentlichen Verkehrsmitteln angebunden. Zusätzlich ist für die Lückenschließung ein Taxi-Bus beziehungsweise ein Shuttle-Bus angedacht." Franjo Rademacher (CDU) gab der Verwaltung für ihre Verhandlungen mit dem Möbelhaus einen Rat - und bekam dafür die Zustimmung aller Ausschuss-Mitglieder: "Die komplette Kostenübernahme für die Ikea-Linie durch das Unternehmen sollte als Verhandlungsziel definiert werden."

Zuvor hatte Kai Pachan vom Büro für Verkehrs- und Stadtplanung Rädel und Pachan in Kamp-Lintfort klargestellt: "Es fahren keine ,Geisterbusse' durch die Stadt Kaarst, und es gibt auch keine Einsparpotenziale." Sein Büro hatte untersucht, wie die Anbindung an das öffentliche Bus- und Bahnnetz aussieht. "Die Altbereiche sind recht komfortabel erschlossen", lautet das Ergebnis dieser Prüfung. Lücken gibt es jedoch in Vorst ebenso wie in Büttgen.

Was Johannes Johnen, der Vorsitzende des Seniorenbeirats, beklagte: "Vor allem in Büttgen sind die Wege vor allem für ältere Menschen zu den Haltestellen oftmals zu weit." Rainer Milde (CDU) brachte einen Taxibus für Vorst ins Gespräch "zur Anbindung der Linning an den Regiobahn-Haltepunkt "Kaarster See". "Es ist unzumutbar, durch den dunklen Vorster Wald zu laufen", erklärte Milde. Eine Entscheidung wurde jetzt vertagt - in den Fraktionen wird jetzt diskutiert, ob diese Verbesserung notwendig ist oder nur wünschenswert.

Quelle: NGZ
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