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Kaarst
Einfamilienhäuser an der Landwehr

Kaarst. Erschließung der Grundstücke soll über die Karlsforster Straße erfolgen.

Der wichtigste der insgesamt 14 Tagesordnungspunkte in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses hieß "Bebauungsplan Karlsforster Straße". So unterschiedlich die Auffassungen zwischen dem Fünferbündnis einerseits und der CDU auf der anderen Seite auch sind: Schnell wurde deutlich, dass es zu einem Kompromiss kommen sollte. Beide Parteien bewegten sich nach längerer Diskussion aufeinander zu. In der nächsten oder übernächsten Sitzung, also im August oder September, soll die frühzeitige Beteiligung der Bürger sowie der Träger öffentlicher Belange beschlossen werden.

Die beiden größten Überraschungen vorweg: Die CDU möchte jetzt doch eine Bebauung an der alten Landwehr, und zwar nicht in Form des Mehrgenerationen-Wohnens, sondern rund fünf Einfamilienhäuser. Deren Grundstücke sollen aber nicht von der alten Landwehr, sondern über einen Stichweg von der Karlsforster Straße aus erschlossen werden, sodass die Radler und Fußgänger auf der alten Landwehr von einem stärkeren Autoverkehr unbehelligt bleiben. Die zweite Überraschung: Das mittlere Gebäude im Osten des Baugebiets, das an die vorhandene Hochhausbebauung anschließt, bekommt ein Geschoss mehr - statt drei plus Staffelgeschoss dürfen es jetzt doch vier zuzüglich Staffelgeschoss werden. In diesem Punkt kam die CDU dem Fünferbündnis entgegen, das eigentlich zwei der Mehrfamilienhäuser eine Etage höher hätte bauen lassen wollen.

Ingo Kotzian (CDU) begründete den Wunsch, etwa fünf Einfamilienhäuser auf einer Gesamtfläche von maximal 3000 Quadratmetern an der Karlsforster Straße/alte Landwehr zu erlauben, so: "Von den Einnahmen könnten wir Ackerflächen erwerben, um den Grünzug im nördlichen Bereich nach unseren Vorstellungen zu gestalten." Diese Flächen seien wichtig für die Naherholung. "In der Bürgerversammlung wurde großer Wert auf viel Grün gelegt", erklärte Claudia Köppe (Die Grünen). Sie sprach sich gegen die vier oder fünf Häuser im Bereich Karlsforster Straße/alte Landwehr aus, stimmte später aber doch für das Gesamtpaket.

Lars Christoph (CDU) hatte zuvor an die Kompromissbereitschaft aller Ausschussmitglieder appelliert. Die Technische Beigeordnete Sigrid Burkhart machte es dem Fünferbündnis leichter, darauf zu verzichten, beide Mehrfamilienhäuser um jeweils eine Etage höher zu bauen: "Das hätte Auswirkungen auf die Zahl der Stellplätze." Das Fünferbündnis verspricht sich von einer höheren Bebauung niedrigere Quadratmeterpreise, von der die Mieter profitierten. Platz fürs Mehrgenerationen-Wohnen soll jetzt im östlichen Teil des Baugebiets reserviert werden. Das Fünferbündnis wollte die Verwaltung beauftragen, bezüglich des Geschosswohnungsbaus und des Mehrgenerationen-Wohnens mit der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Neuss in Verhandlungen zu treten, um dort auch öffentlich geförderten Wohnraum bereit zu stellen.

(barni)
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