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Kaarst
Einstein-Forum ist ein Sanierungsfall

Kaarst: Einstein-Forum ist ein Sanierungsfall
Jedes Jahr feiern die Kaarster im AEF ihre Heimatstadt - beim Bürgerfrühschoppen, bei Prunksitzungen und Schützenbällen oder beim gemeinschaftlichen Fußballgucken. FOTO: Klaus Stevens
Kaarst. Mittlerweile ist das Albert-Einstein-Forum 50 Jahre alt - das ist nicht zu übersehen. Der Kulturausschuss soll jetzt über mögliche Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen beraten. Die Stadt hat eine Prioritätenliste erstellt. Von Julia Hagenacker

Das "Wohnzimmer" der Kaarster, das Albert-Einstein-Forum (AEF), ist in die Jahre gekommen, und das ist nicht zu übersehen. Von Wänden, Türen und Fenstern bröckelt die Farbe, der Holzfußboden ist stumpf und splitterig, durch das undichte Dach tropft's. Bei einer Begehung haben sich Verwaltung und Politik die Lage im Mai genau angeschaut. Der Kulturausschuss soll jetzt über eine Prioritätenliste in Bezug auf die anstehenden Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen entscheiden. Die Stadt unterscheidet zwischen kurz-, mittel- und langfristiger Planung.

Fest steht: Jedes Jahr feiern die Kaarster im AEF ihre Heimatstadt - beim Bürgerfrühschoppen, bei Prunksitzungen und Schützenbällen oder beim gemeinschaftlichen Fußballgucken. Seit das "Kino Kaarst" auf digitale Technik umgestellt hat, besuchen so viele Filmfans wie nie zuvor die Vorstellungen. Und: Sogar der feierliche Auftakt zum großen Stadtfest - der Gala-Abend zu "Kaarst Total" - findet seit vergangenen Jahr nicht mehr im Hotel an der Königsberger Straße, sondern im Veranstaltungssaal am Schulzentrum, der Heimat des Kaarster Kabarett- und Kleinkunstprogramms, statt. Von Dieter Nuhr bis Ingo Appelt hat ein Großteil der deutschen Kabarettgrößen die Bühne des AEF bereits mehrfach betreten. Bis zu 700 Besucher strömen regelmäßig ins Forum. Ohne die "gute Stube" wäre in Kaarst also nicht sehr viel los. Fakt ist aber auch: Im Alter muss jeder etwas fürs Erscheinungsbild tun.

Das Albert-Einstein-Gymnasium, für das das AEF quasi als Aula fungiert, wurde 1965 gebaut. Seither wird das Forum genutzt. Kabarettveranstaltungen finden dort seit mehr als 25 Jahren statt. Größere Aus- oder Umbauten gab es seither nicht. Dieter Güsgen, Leiter des Bereichs Kultur, Medien, Netzwerke und Stadtmarketing, sieht diesen Vorstoß als enorm wichtig an. "Das Albert-Einstein-Forum ist die einzige Veranstaltungshalle, die wir in Kaarst haben", sagt er. "Offenbar ist sie auch gut, sonst würden die ganzen hochkarätigen Künstler nicht immer wieder kommen. Wenn wir aber auch weiterhin in der ersten Kabarett-Bundesliga mitspielen wollen, müssen wir kundenorientiert arbeiten und einen gewissen Standard anbieten." Konkret bedeutet das: In einem ersten Schritt die mehr als zehn Jahre alten Vorhänge auf und an der Bühne sowie zum Innenhof erneuern, um den Brandschutz zu gewährleiten, streichen, das Dach flicken, den Ausschankbereich in Bezug auf Optik und Hygiene verbessern, defekte Lampen und Glühbirnen austauschen. Aufwendigere und teuerere Arbeiten wie das Abschleifen und Versiegeln des Holzbodens, die Ergänzung der Ton- und Lichtanlage, die Sanierung der Toiletten, der Austausch der Fenster und eine komplette Dachsanierung werden auf später verschoben. "Es ist schon klar, dass wir das nicht alles auf einmal angehen und Unsummen ausgeben können", sagt Dieter Güsgen. "Aber mit dem Thema befassen sollten wir uns schon."

Quelle: NGZ
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