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Kaarst
Erfolgreiche Premiere von "Schluck und Jau" im Tuppenhof

Kaarst: Erfolgreiche Premiere von "Schluck und Jau" im Tuppenhof
Nach der Premiere des Stücks im Tuppenhof gab es langanhaltenden Applaus. FOTO: Klaus Stevens
Kaarst. Die Mitglieder des Büchner-Ensembles brachten Gerhart Hauptmanns Gaunerkomödie überzeugend rüber. Am Freitag geht's weiter. Von Elisabeth Keldenich

Die Mitglieder des Büchner-Ensembles unter der Leitung von Wilhelm Schiefer ließen bei der Premierenvorstellung von Gerhart Hauptmanns frecher Gaunerkomödie "Schluck und Jau" im Tuppenhof nicht nur die bedauernswerten Hauptpersonen, sondern auch die mit ihnen sich einen Spaß erlaubende höfische Gesellschaft lebendig werden. Denn die beiden Saufbrüder wurden von ihr als "Fürst und Fürstin" behandelt, sie selbst agierten als Bedienstete - für den echten Fürsten Jon Rand vor allem ein Mittel, um seine Geliebte Sidsellil zu beeindrucken. Bildhauerin Hanna Brinkmann, die auch für das Bühnenbild verantwortlich zeichnet, führte mit kurzen inhaltlichen Zusammenfassungen durch die sechs Szenenbilder. Siegfried Müller schlüpfte in die Rolle des Säufers Jau und Ulrich Caspers in die seines Zechkumpanen Schluck.

Sie überzeugten beide nicht nur durch den schlesischen Dialekt - eine Reminiszenz Hauptmanns an seine Heimat-, sondern auch durch ihr mimisches Spiel. Zusätzlich brachte Müller die derbe Sprache seiner Figur lautstark zum Ausdruck. Beeindruckend auch seine Verwandlung zum immer mehr tyrannisch agierenden "Fürsten". Caspers stellte den generell unsicher wirkenden Schluck sehr gut dar, vor allem in seiner Verwandlung zur "Fürstin" und war meilenweit entfernt vom Klamauk einer "Charley's Tante". Werner Paulitschke und Alke Coqui gaben als Jon Rand und Sidsellil eine ebenfalls glaubhafte Darstellung ab. Coqui sang zudem in einer Szene ein Lied in norwegischer Sprache, was ihr gut gelang.

"Dafür habe ich lange mit Mark Koll geübt", erklärte sie schmunzelnd. Karl Brinkmann konnte als Höfling Karl sein schauspielerisches Talent voll entfalten, was auch für Daniela Frimmersdorf in der Rolle der Kammerfrau Adeluz galt. Bereichert wurde das Stück durch die tänzerischen Einlagen des Turnvereins "Gut Heil" Vorst. Jüngster Schauspieler war Felix Coqui (10) als Page. "Das Ganze hat großen Spaß gemacht, auch wenn es schwierig war, sich den Text zu merken", verriet er. Durch die spürbare Begeisterung aller Teilnehmer fielen kleine Texthänger und der etwas langwierige Umbau der einzelnen Szenen nicht ins Gewicht. Die Zuschauer in der nicht ganz gefüllten Scheune spendeten langanhaltenden Beifall.

Weitere Vorstellungen: Freitag, 14. Oktober, Samstag, 15. Oktober, Sonntag, 16. Oktober, jeweils 19.30 Uhr im Tuppenhof Vorst, Rottes 27.

Quelle: NGZ
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