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Kaarst
Fall Daniel D.: Täter ein Urkundenfälscher?

Fall Daniel D.: das Urteil
Fall Daniel D.: das Urteil FOTO: dpa, mbk cul
Kaarst. Im Fall des wegen Totschlags an seinem Cousin Daniel D. zu zehn Jahren Haft verurteilten ehemaligen Sportstudenten aus Korschenbroich hat die Wuppertaler Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen im Zusammenhang mit gefälschten Studienbescheinigungen weitestgehend abgeschlossen.

Gegen den 29-Jährigen stehen zwei Vorwürfe im Raum: der der Anstiftung zur Falschbeurkundung im Amt und der der Urkundenfälschung. Das hat Oberstaatsanwalt Wolf Baumer auf Anfrage unserer Redaktion mitgeteilt.

Zur Erinnerung: Bevor der Korschenbroicher seinen Cousin am 11. Dezember 2013 am Rande der K 37 erschlagen hat und einen Monat später verhaftet wurde, studierte er Sport und Geschichte – das allerdings nicht besonders erfolgreich. Auf dem Computer des Aushilfssportlehrers fanden die Ermittler nicht nur Nacktfotos von Schülerinnen, sondern auch eindeutige Hiweise darauf, dass der Langzeitstudent gefälschte Studienbescheinigungen beim Prüfungsamt in Düsseldorf vorgelegt hat.

Chronik: Der Fall Daniel D.

Eine Uni-Dozentin, das ging aus E-Mails hervor, soll ihm Nachweise für nicht abgelegte Prüfungen gegen Sex ausgestellt haben, andere Unterlagen wurden von dem 29-Jährige offenbar selbst fabriziert. "Die Professorin hat sich teilweise geständig gezeigt", sagt nun Staatsanwalt Baumert. Weil die Frau nicht vorbestraft sei, prüfe das Amtsgericht derzeit, ob das Verfahren wegen Falschbeurkundung im Amt gegen sie gegen Zahlung einer erheblichen Geldauflage eingestellt werden kann.

Im Fall des 29-Jährigen sieht das anders aus. "Meiner Meinung nach muss der Mann noch einmal vor Gericht", sagt Baumert. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ist zurückhaltender. Nachdem das Totschlagsurteil rechtskräftig sei, heißt es, soll noch in dieser Woche über eine mögliche Einstellung entschieden werden.

(juha)