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Kaarst
Familien erkunden die Landwirtschaft

Kaarst: Familien erkunden die Landwirtschaft
Die Königin der Kartoffeln: Sarah Verhülsdonk wurde gestern auf dem Kaarster Loosenhof zur Rheinischen Kartoffelkönigin gekürt. Sie begrüßte auch die Teilnehmer der Höfe-Tour. FOTO: Anja Tinter
Kaarst. Fünf Kaarster Bauernhöfe waren am Sonntag das Ziel einer 24 Kilometer langen Fahrradtour. Die Teilnehmer erlebten unter anderem am Loosenhof, wie Sarah Verhülsdonk als Rheinische Kartoffelkönigin inthronisiert wurde. Von Elisabeth Keldenich

Sarah Verhülsdonk strahlt. Soeben hat sie im Rahmen der Höfe-Tour auf dem Loosenhof in ihrer ersten Amtshandlung als neue Rheinische Kartoffelkönigin die diesjährige Frühkartoffelsaison eröffnet. Zuvor verabschiedete sich ihre Vorgängerin Kerstin Geiser mit einem "lachenden und einem weinenden Auge" von ihrem Amt, das sie als "schön und stressig" empfunden hat. Sarah (20) stammt von einem Bauernhof in Kevelaer, nach einer Ausbildung zur Landwirtin verbringt sie dort ihr Gesellenjahr. "Die Arbeit an der frischen Luft ist mein Lebenselixier", erzählt sie. Während ihrer einjährigen Amtszeit will sie vor allem ein positives Image der Kartoffel vermitteln und "die Kartoffel ins rechte Licht rücken". Dazu wird sie Wochenmärkte, Erntedankfeste, Bauernmärkte und die Grüne Woche in Berlin besuchen.

An diesem Sonntag platzt der Loosenhof aus bald allen Nähten, als die Teilnehmer der Höfe-Tour zu Gast sind. Familie Gram ist mit ihren Söhnen Jan (5) und Justus (3) gekommen. Während Justus eifrig die bereit gestellten Bobbycars ausprobiert, verspeist Jan genüsslich einen Muffin. "Wir haben eine Planwagenfahrt zum Spargelfeld gemacht, und dort durften die Kinder selbst Spargel stechen", erzählt Mutter Sarah Gram begeistert. Ihr Mann ergänzt: "Für Kinder wird hier viel geboten." Das findet auch Nina Hons, Mutter der Zwillinge Ben und Nic. "Wir versuchen noch alle Höfe abzufahren. Außerdem haben wir für die vom Benedictus-Kindergarten organisierte Cafeteria zwei Kuchen gebacken", sagt sie. Bürgermeisterkandidatin Ulrike Nienhaus zeigt sich auch für einen Wetterumschwung gut gerüstet: "Ich habe sogar eine Regenhose dabei."

Begonnen hatte die Höfe-Tour mit einem ökumenischen Gottesdienst auf dem Berrisch-Hof an der Broicherseite. Anschließend gab es dort alles Wissenswerte rund um das Federvieh zu erfahren, und die Landjugend informierte über den Weg des Korns bis zum Brot. Die Teilnehmer stärkten sich bei einem Bauernfrühstück, bevor der Loosenhof angesteuert wurde. Anschließend bot der Milchvieh- und Ackerbaubetrieb Jülich eine Kuhstallführung sowie einen Einblick in die Landtechnik und eine Eis- und Milchbar an. Der Hofladen Coenen war als Beispiel für die Direktvermarktung ausgewählt worden. Den Schlusspunkt bildete der Pferdebetrieb Pannenbeckerhof, der die Herzen der Kinder bei Reitervorführungen und Ponyreiten höher schlagen ließ.

Die Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach veranstaltete zum dritten Mal eine derartige Fahrradtour zu Höfen der Region. "Wir haben eine Route ausgewählt, an der wir auch eine große Vielfalt abbilden können", sagte die stellvertretende Kreislandwirtin Juliane Warhode. Die fünf Höfe seien explizit bestimmt worden. Es hätten noch viel mehr Landwirte Interesse bekundet. Den Organisatoren war es wichtig, auf der 24 Kilometer langen Tour in Zusammenarbeit mit dem städtischen Kulturamt auch lokale Sehenswürdigkeiten wie den Tuppenhof oder das Denkmal Brücken über den Nordkanal mit einzubeziehen.

Quelle: NGZ
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