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Kaarst
FDP stimmt mit der CDU für vier Eingangsklassen

Kaarst: FDP stimmt mit der CDU für vier Eingangsklassen
Es wären auch fünf Eingangsklassen an der Gesamtschule möglich. FOTO: ati
Kaarst. Eine hitzige Debatte und verärgerte Eltern, die zum Teil kleine Transparente hochhielten, prägten die Sitzung des Schulausschusses. Schon früh stand fest, dass es für die einmalige Einrichtung von fünf Eingangsklassen an der Städtischen Gesamtschule in Büttgen keine Mehrheit geben würde. Die CDU ist dagegen, und die FDP scherte aus dem Fünferbündnis aus. Von Rudolf Barnholt

Yvonne Das ist Mutter und richtig sauer, dass 42 Kinder nicht dort eingeschult werden sollen, wo ihre Eltern dies möchten, nämlich an der Gesamtschule. Aus ihrem Ärger machte sie keinen Hehl, als sie sich unter dem Tagesordnungspunkt "Fragen der Einwohnerinnen und Einwohner" zu Wort meldete. Im Ausschuss säßen "Nostalgiker", und die FDP bezeichnete sie als Quertreiber. Was Yvonne Das schleierhaft ist: "Der Schulleiter ist dafür, ausnahmsweise fünf Eingangsklassen zu bilden und die Räumlichkeiten stehen auch zur Verfügung."

Dem widersprach Schuldezernent Sebastian Semmler nicht, aber: "Wenn wir jetzt eine fünfte Eingangsklasse genehmigen, müssten wir im nächsten Jahr bei ähnlichen Anmeldezahlen genauso verfahren", sagt er und sprach sich gegen ein "Zügigkeits-Hopping" aus. Wichtig sei, zu beobachten, wie sich die Schullandschaft in den benachbarten Städten entwickelt. Das Schulgesetz stelle derzeit Korschenbroicher und Kaarster Schüler gleich, weil Korschenbroich über keine eigene Gesamtschule verfügt. Falls diese Schulform künftig in der Nachbarstadt angeboten werde, würden die Anmeldungen in Büttgen zurückgehen. Ähnliches gilt für Neuss.

Zurzeit profitiert die Büttgener Gesamtschule von Engpässen im Norden der Quirinusstadt: "Neuss gedenkt aber, die Gesamtschulzahl zu erhöhen", sagte Semmler. Die Folge wären weniger Anmeldungen in Kaarst. "Der Elternwille", so der Schuldezernent, "ist nur einer von vielen Aspekten, die wir zu berücksichtigen haben". Semmler möchte eine Richtungsentscheidung: "Wollen wir weiterhin eine Realschule oder eine deutlich erweiterte Gesamtschule?"

Lars Christoph (CDU) regte an, gemeinsam mit Korschenbroich nach Lösungen zu suchen: "Ein Zug kostet je Schule rund drei Millionen Euro an Investitionskosten. Wird eine Schule erweitert, stehen woanders Gebäude leer." Wolfgang Reuter (SPD) trat als vehementer Verfechter der Gesamtschule auf, räumte ein, dass er an ein zweigliedriges Schulsystem mit Gymnasium und Gesamtschule glaube. Eltern brachten vor, dass die 42 Kinder, die nicht zur Gesamtschule wechseln dürfen, bestraft würden.

Das ärgerte Jürgen Bosse, den Leiter der Kaarster Realschule: "Unsere Schule bietet eine vergleichbare Qualität, auch unsere Schüler können später Abitur machen, haben dieselben Chancen. Es tut mir weh, zu hören, dass es eine Strafe sein soll, unsere Schule zu besuchen."

Quelle: NGZ
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